Iriyas Himmel, Sommer der UFOs 6

Vorwort Episode 1 Episode 2 Episode 3 Episode 4 Episode 5 Episode 6 Analyse

Iriya no Sora, UFO no Natsu / Episode 6: Iriyas Himmel, Sommer der UFOs


Schlussszene von Episode 5 und Anfangsszene von Episode 6 (mit identischen Texten):

Einer der Militär-Transporter hält vor einem Haus in einem kleinen Dorf; durch das abgehörte Telefonat mit den Großeltern Asaba wusste Enomoto, wohin Naoyuki und Iriya wollen, und wartet dort bereits auf sie.

Naoyuki hat offenbar den Großvater zu Hilfe geholt, weil er selbst Iriya nicht mehr tragen kann. Großvater hat sich die erschöpfte Iriya auf die Schulter geladen; sein Enkel trägt die Tasche. Opa Asaba meldet sich bei seiner Frau zurück:

Opa: Misae, da sind wir wieder.

Naoyukis Großmutter erkennt, was der mitgenommene Junge am dringendsten braucht:

Oma: Nao-chan, das Bad ist gleich fertig.
Oma: Zieh doch schon mal deine Sachen aus.
Opa: Genau. Beeil dich, sonst erkältest du dich noch.
Opa: Ich bringe die junge Dame schon mal auf ihr Zimmer.
Oma: Beeil dich mit dem Umziehen. Der Tee ist schon fertig.
Oma: Ich war ganz schön überrascht, als du uns so plötzlich angerufen hast…

Dies erklärt, wieso Naoyukis Großeltern so gut auf den Besuch vorbereitet sind.

Und es erklärt auch, wieso Naoyuki im Wohnzimmer den bereits wartenden Enomoto plus Begleiter antrifft: Dessen Leute haben die Telefonleitungen aller Verwandten von Naoyuki abgehört, nachdem die beiden Jugendlichen weggerannt waren – beliebig lange würden diese alleine und ohne Unterstützung ja wohl kaum durchhalten können.

Enomoto: Hallo – da bist du ja endlich.

Enomoto verbirgt seine enorme Erleichterung. Der "Ausflug" der beiden Jugendlichen hat voraussichtlich die Beziehung zwischen ihnen gestärkt, aber Japan mehrere Tage ohne seine wichtigste Verteidigungswaffe zu belassen, weil Naoyuki die Wanze aus seinem Hals entfernt hatte, stand sicherlich nicht auf Enomotos Agenda.


Der Titel der Episode:

Schild: Iriyas Himmel, Sommer der UFOs

Derweil im Haus der Familie Asaba:

Yuuko: Sag mal, Mama…
Mutter: Hm?
Yuuko: Ist morgen irgendwas Besonderes?
Mutter: Ich dachte, morgen wäre ein ganz normaler Schultag.
Yuuko: Vielleicht hat mein Bruder den Tag im Kalender markiert?

Richtig geraten: "Donnerstag, 26. Oktober" (könnte der Kalender von 2006 sein) ist DER TAG, nach Enomotos Angaben gegenüber Naoyuki.

Dessen kleine Schwester Yuuko hält die Katze in ihren Armen, welche die beiden Ausreißer von ihrem Trip mitgebracht haben:

Yuuko: Na – magst du was zu fressen, Kouchou?

Nach Yuukos Bemerkung stellt Naoyukis Vater fest, dass ein Familienmitglied im allgemeinen Trubel fehlt:

Vater: Liebling, wo ist denn Naoyuki schon wieder?
Naoyukis Eltern sprechen einander mit "O-kaa-san" ("Mutter") bzw. "O-tou-san" ("Vater") an; dies hier wörtlich zu übersetzen wäre aber missverständlich, finde ich.
Mutter: Das Übliche.
Mutter: Kaum ist er wieder hier, verkriecht er sich in seinem Zimmer.
Mutter: Liebling, wann hast du denn das letzte Mal mit Naoyuki geredet?
Vater: Hm… das muss drei Tage her sein…

Naoyukis Vater wüsste vermutlich gar nicht, worüber er mit seinem Sohn reden sollte – ich bezweifele stark, dass Enomoto ihn so weit in die militärischen Geheimnisse eingeweiht hat, dass er Naoyukis aktuelle Lage verstehen könnte.

Naoyuki vergräbt sich derweil unter seiner Bettdecke, starrt gebannt auf seinen Wecker und wartet darauf, dass es endlich Mitternacht wird und der von Enomoto angekündigte Tag der Entscheidung anbricht:

Enomoto: In drei Tagen…

Rückblende: Naoyuki und Enomoto essen mal wieder gemeinsam Ramen auf dem Hausdach – diesmal eine Komposition von Naoyuki selbst:

Enomoto: Hm? Was soll das denn werden?
Naoyuki: Grüner Ramen. Da ist Chlorella drin.
Anmerkung: Chlorella: Einzellige grüne Algen, Nahrungszusatz zur Entgiftung des Körpers
Enomoto: Diese Welt steckt echt voller Überraschungen…
Naoyuki: Ach ja: Ihr Stuhlgang wird morgen grün gefärbt sein.
Enomoto: Und dir schmeckt so etwas?
Naoyuki: Ich finde es ganz in Ordnung.

Enomoto sieht erst einmal zu, wie Naoyuki diese Algen schlürft, und probiert dann selbst:

Enomoto: Hm, gar nicht übel.

Naoyuki hat natürlich ein Lieblingsthema, wenn er schon mal mit Enomoto zusammen ist:

Naoyuki: Wo ist Iriya jetzt?

Aber er bekommt eine typische knallharte Enomoto-Antwort zu hören:

Enomoto: Die liegt in dem Transporter da drüben und stirbt gerade.

Na ja, immerhin der erste Teil der Aussage stimmt… für Enomoto schon eine recht ordentliche Quote.

Enomoto: Bis jetzt hat sie mit aller Kraft um ihr Überleben gekämpft…

Naoyuki, der zunächst mal wieder alles für bare Münze nimmt, was Enomoto ihm anbietet, ist entsetzt:

Naoyuki: Wieso haben Sie mir das nicht früher gesagt?!

Denn natürlich will Naoyuki in den letzten Augenblicken von Iriyas Leben an deren Seite sein… Enomoto schlürft derweil völlig entspannt seine Suppe zu Ende und meint dann:

Enomoto: Okay, dann werde ich dir mal die Wahrheit erzählen.

Und natürlich tut er mal wieder das exakte Gegenteil davon, um Naoyuki bei der Stange zu halten:

Enomoto: Eigentlich hatte ich gar nicht vor, euch verfolgen zu lassen.
Naoyuki: Was meinen Sie damit?
Enomoto: Genau das, was ich sage.
Enomoto: Ich dachte mir, wenn Iriya die Zeit, die ihr noch bleibt, zusammen mit dir verbringen dürfte,…
Enomoto: …wäre das wichtiger als das Überleben der Menschheit.

Tolle Erklärung – wenn das wahr wäre, dann hätte man Enomoto längst vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen. Jeder ist ersetzbar – außer Iriya natürlich.

Enomoto: Aber dann hast du deinen Großvater angerufen.
Enomoto: Daraus habe ich geschlossen, dass du wohl aufgeben wolltest.
Enomoto: Deshalb bin ich hier.

Wieder fällt Naoyuki auf Enomotos Worte herein und flippt fast aus:

Naoyuki: Aber das stimmt gar nicht! Ich will nicht aufgeben!
Naoyuki: Ich wollte mich nur ein wenig ausruhen, mir ein bisschen Geld borgen und dann…

Als ob das so einfach wäre! Naoyuki ist unglaublich naiv in seiner Beurteilung der Situation – das hier ist kein "Fangen"-Spiel, es ist bitterer Ernst.

Enomoto wechselt seine Rolle, macht ein erstauntes Gesicht und fragt:

Enomoto: Was ist denn auf einmal in dich gefahren?
Enomoto: Also wenn das stimmt, dann solltest du aber nicht hier herumsitzen und Ramen essen…

Enomoto gibt sich nun als väterlicher Freund und Berater Naoyukis – er spielt mit dem Jungen wie die Katze mit der Maus. Und er tut so, als würde er Naoyuki tatsächlich eine Chance geben, seine Flucht zusammen mit Iriya fortzusetzen:

Enomoto: Hier Enomoto.
Enomoto: "Puppy" wird gleich bei euch aufkreuzen.

Zum ersten Mal verwendet Enomoto in Naoyukis Anwesenheit dessen Codenamen "Puppy" = Schoßhündchen. Enomoto ist sich seiner Sache so sicher, dass er hier nichts zu verbergen hat – und vermutlich reicht die Bezeichnung an sich für Naoyuki auch nicht aus, um zu begreifen, was hier wirklich gespielt wird.

Enomoto: Er will "Alice" mitnehmen.
Enomoto: Bleibt auf eurem Posten.
Enomoto: Ihr habt den Befehl, "Puppy" nicht aufzuhalten!
Enomoto: Die Behandlung von "Alice" ist sofort einzustellen.

Enomotos Leute sind natürlich erst mal fassungslos:

Text: Moment mal…
Enomoto: Also – mach, dass du fort kommst.
Enomoto: Ihr habt eine halbe Stunde Vorsprung.
Enomoto: In genau 30 Minuten nehmen wir die Verfolgung auf – aber diesmal wirklich mit allen Mitteln.

Das hat gewirkt! Naoyuki beurteilt seine Chancen, mit Iriya zu entkommen, nun realistisch – und er knickt weinend zusammen. Enomoto fischt sein Handy aus der Jackentasche:

Enomoto: Hier Enomoto.
Enomoto: Meine letzte Order wird hiermit widerrufen.
Text: Aber wir haben Ihren Befehl bereits ausgeführt und…

"…Iriya von den medizinischen Geräten getrennt, damit Naoyuki sie mitnehmen kann." Enomotos Leute sind unbedingten militärischen Gehorsam gewohnt und hatten keinen Grund, den Spaß, welchen sich dieser mit Naoyuki gemacht hatte, als solchen zu erkennen.

Enomoto macht sich nicht mal die Mühe, die Beschwerde bis zum Ende anzuhören, und trennt einfach die Verbindung wieder – er hat die absolute Kontrolle über die Situation, und das muss nun endlich auch Naoyuki klar geworden sein.

Enomoto: War doch nur Spaß…

Ungerührt setzt Enomoto sein Ramen-Mahl fort.

Naoyuki: Ich will es wissen!
Naoyuki: Ich will endlich die Wahrheit hören!
Enomoto: Also echt… du lernst es wohl nie, was?

Denn genau die Wahrheit wird Enomoto ihm niemals sagen können, solange er ihn noch braucht. Abgesehen davon wird Enomoto nicht dafür bezahlt, militärische Geheimnisse auszuplaudern – dazu müsste er Naoyuki schon in sein Team aufnehmen und ihn wahrscheinlich dauerhaft auf der Basis unter Kontrolle halten (aber damit würde dann auch die Illusion der Freiheit für Iriya unterminiert). So weit denkt Naoyuki einfach nicht, und deshalb ist ihm immer noch nicht klar, dass seine Fragen einfach keinen Sinn machen.

Inwieweit Enomoto die Wahrheit sagt oder wieder nur etwas erfindet, was für Naoyuki im Kontext seiner bisherigen Informationen glaubhaft klingt, werden wir leider nie erfahren. Iriya könnte einen Teil der Geschichte vermutlich bestätigen oder widerlegen – aber wir werden gleich erfahren, dass auch sie möglicherweise gar nicht alles weiß…

Enomoto: Stell dir mal vor,…
Enomoto: …die Erde wäre von UFOs angegriffen worden,…
Enomoto: …und Iriya wäre die einzige Pilotin des Fluggeräts, welches uns gegen diesen Feind verteidigen kann.

An Naoyuki ziehen Erinnerungen vorbei: Suizenjis Ausflug zur Basis, sein unterbrochener Anruf aus der Telefonzelle, Iriyas Überraschung beim Anblick des Foo-Fighter-Modells, der Volkstanz mit ihrem Black Manta…

Enomoto: Wenn sie in der entscheidenden Schlacht, die direkt vor uns liegt, verlieren sollte,…

Weitere Erinnerungen: Der Luftalarm und Iriyas Kommentar, dass alle sterben werden; ihr Verhalten im Bunker.

Enomoto: …dann wird die Menschheit vernichtet werden.

Enomoto blickt Naoyuki tief in die Augen:

Enomoto: Würdest du mir glauben, wenn ich dir das erzählen würde?

Es würde alles Sinn machen im Zusammenhang mit Naoyukis bisherigen Informationen. Aber Enomoto lässt dem Jungen keine Zeit, darüber nachzudenken, sondern bietet ihm sofort eine alternative Erklärung an:

Enomoto: Oder wie wäre damit…
Enomoto: …das muss aber unter uns bleiben, klar?
Enomoto: Also: Das, wofür Iriya kämpfen muss, ist ein ganz normaler Krieg, wie er zwischen Nationen gelegentlich vorkommt.
Enomoto: Das Gerät zur Schwerkraftkontrolle wurde während des Krieges überraschend entwickelt.
Enomoto: Um damit umgehen zu können, ist eine bestimmte Art von ESP erforderlich,…
Anmerkung: ESP: übersinnliche Fähigkeiten

Diese werden wir von Iriya auf dem Flugzeugträger noch zu sehen bekommen.

Enomoto: …und ein Kind, dessen Nervensystem entsprechend modifiziert wurde.

Auch hierzu passen wieder etliche Erinnerungen von Naoyuki – nun würden beispielsweise die Metall-Einlagen in Iriyas Handgelenken Sinn machen.

Enomoto: Der ganze UFO-Kram ist bloß eine Ausrede,…
Enomoto: …damit die Kinder glauben, keine Menschen zu töten,…

Dies würde bedeuten, dass auch Iriya über die wahre Natur des Krieges nicht Bescheid weiß! Und das wäre Enomoto und seinen Leuten problemlos zuzutrauen.

Enomoto: …sondern Aliens, die unsere Welt vernichten wollen.
Enomoto: Oder einfacher ausgedrückt: Das Ganze ist eine Art Spiel für sie.

Ein Spiel? Naoyuki erinnert sich an das Spiel, das er mit Iriya im Bunker gespielt hat, und an ihre Reaktion auf seine Niederlage…

Enomoto: Ein Spiel, bei dem man allerdings wirklich stirbt, wenn man abgeschossen wird.
Enomoto: In diesem Glauben hat Iriya Dutzende feindlicher Piloten abgeschossen – Kinder wie sie selbst.
Enomoto: Sie hat bereits Hunderttausende von Zivilisten auf dem Gebiet unseres Feindes getötet.
Enomoto: Würdest du mir glauben, wenn ich dir das erzählen würde?

Enomoto will Naoyuki klar machen, dass er die volle Wahrheit nie erfahren wird – aber der antwortet zu seiner Überraschung:

Naoyuki: Ja, das würde ich.
Enomoto: Wieso?
Enomoto: Wie kannst du so etwas behaupten?
Naoyuki: Weil ich… Sie eigentlich ganz gut leiden kann.

Naoyuki empfindet das, was Enomoto mit ihm treibt, nicht als sinnlose Quälerei; er hat begriffen, dass es Sachzwänge gibt, denen sogar Enomoto sich nicht entziehen kann. Naoyuki kämpft nicht mehr gegen Enomoto; alles, was für ihn noch zählt, ist, Iriya so gut wie möglich zu helfen… und damit ist Enomotos Spiel aufgegangen! Er kann Naoyuki jetzt so einsetzen, wie er es braucht.

Dennoch schluckt Enomoto heftig über diese Aussage: Moralisch hat er an dieser Stelle verloren! Naoyuki verurteilt ihn nicht, sondern er steht über den Dingen, ausschließlich interessiert daran, etwas für Iriya tun zu können. Diese Erkenntnis muss es letzten Endes sein, die Enomoto später seinen Tod durch Naoyukis Hand suchen lässt.

Nach einer langen Pause erklärt Enomoto Naoyuki mehr über die tatsächliche Wahrheit als je zuvor:

Enomoto: Beides ist die Wahrheit.

Das versteht der Junge zunächst einmal überhaupt nicht. Aber nachdem Enomoto seine Suppe ausgetrunken hat, fährt er fort:

Enomoto: Im Prinzip sind unsere Feinde wirklich Außerirdische.
Enomoto: Andererseits gibt es tatsächlich Menschen, die so dumm sind, uns in dieser Situation auch noch zu bekämpfen.
Naoyuki: Wieso?

Dies wiederum wäre Politik, und so weit in die Details geht Enomoto nicht, weil es ihm nichts nützen kann. In entsprechenden SF-Szenarios ist die Idee, dass bestimmte nationale Regierungen mit Außerirdischen kooperieren, oft genug aufgetaucht – und es wäre nicht die erste Referenz auf "Akte X" in dieser Serie (der Spielplatz in Episode 2!).

Enomoto: Iriya ist unsere letzte überlebende Pilotin.
Enomoto: Wenn Iriya in der entscheidenden Schlacht verliert,…
Enomoto: …dann sind wir erledigt.

Enomoto lässt seine Worte wirken, um dann das Thema zu wechseln – näher an die Wahrheit als hier werden wir nicht kommen.

Enomoto: Beeil dich, dein Essen wird sonst kalt.
Naoyuki: Wann ist diese entscheidende Schlacht?
Enomoto: In drei Tagen.

Seltsame Antwort. Mit einer derartig beweglichen Waffe wie dem Black Manta, die in kurzer Zeit mühelos um den Erdball fliegen könnte, wäre es doch kein Problem, den Zeitpunkt selbst zu bestimmen und dann zuzuschlagen, wenn die Gelegenheit am günstigsten ist. Ich vermute, Enomoto ist bereits wieder dabei, Ereignisse zu steuern, um den Schein zu wahren; wir werden später sehen, dass er mit dem Zeitpunkt der "entscheidenden" Schlacht zumindest nicht die Wahrheit gesagt hat.

Naoyuki: In drei Tagen…

Naoyuki beißt auf seine Zähne. Enomoto spielt nun wieder ganz den väterlichen Freund und streichelt seinem "Schoßhündchen" beruhigend über den Kopf:

Enomoto: Nur die Ruhe.
Enomoto: Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.
Enomoto: Ich bin es, der dafür zur Hölle fahren wird…

Und direkt danach setzt die düstere Musik ein! Ist Enomoto sich an dieser Stelle seiner moralischen Verantwortung für Iriyas Schicksal bewusst?


Zurück zu Asaba unter der Bettdecke mit dem Wecker in der Hand – nun wissen wie, wieso der Junge das Datum des 26. Oktober im Kalender angestrichen und sich seit drei Tagen in seinem Zimmer verkrochen hat. Quälend langsam ticken die letzten 15 Sekunden vor Mitternacht dahin, die Tagesanzeige schiebt sich in Zeitlupe auf das Datum "26.", und dann…

Vater: Naoyuki?
Vater: Bist du noch wach?

Es ist immerhin schon Mitternacht.

Naoyuki: Was gibt’s?

Langsam öffnet sein Vater die Türe:

Vater: Der Krieg…
Vater: …ist vorbei.

Eine halbe Stunde später (00:32 Uhr) lauscht Familie Asaba den Erläuterungen die Fernsehansagerin:

Lautsprecher: Die Pressekonferenz des Militärs wird in Kürze beginnen…
Schild: Waffenstillstandsvereinbarung endlich in Kraft
Lautsprecher: Ich wiederhole: Der Regierungschef hat einem Waffenstillstand zugestimmt…
Schild: Grundsatzdiskussion
Schild: über den Sinn dieses Krieges!
Text: Eben! Und genau deshalb…
Lautsprecher: Diese Bilder stammen von diversen Schauplätzen des Krieges.

Naoyukis Mutter zeigt Betroffenheit:

Mutter: Das kommt mir vor wie ein Horrorfilm.

Yuuko scheint noch zu jung zu sein, um die Ereignisse an sich heranzulassen (sie ist ja auch nicht so direkt betroffen wie ihr Bruder) – sie denkt eher an die praktischen Auswirkungen:

Yuuko: Sieht so aus, als hätten wir morgen wieder normalen Unterricht in der Schule.

Mutter Asaba hat genug gesehen – sie muss morgen vermutlich früh aufstehen:

Mutter: Mir fallen die Augen zu…
Mutter: …ich muss unbedingt ins Bett.
Vater: Na, dann mal gute Nacht.

Vater Asaba wirft einen Blick auf den Kalender… ob das rot markierte Datum tatsächlich etwas zu bedeuten hatte? Seit Kyokujitsusai weiß er durch Nishikubo von Naoyukis Beziehung zu Iriya, und vermutlich hat er inzwischen mitbekommen, dass Iriya etwas mit dem Militär zu tun haben muss. Es ist durchaus vorstellbar, dass der Junge über den Verlauf des Krieges weitaus mehr weiß als die normale Bevölkerung – und das würde Naoyukis Isolation während der vergangenen Tage vollauf erklären. Aber Vater Asaba wird seinem Sohn keine Fragen stellen.

Lautsprecher: Die Regierung ist jedem dieser Zwischenfälle mit angemessenen Mitteln entgegen getreten…
Lautsprecher: …und es ist ihr letztendlich gelungen, die Basis der Nordallianz einzunehmen.
AnY-Spork meint "reactionist forces" – das klingt mir eher nach einer Bürgerkriegspartei als nach einer fremden Nation. Im AnimeSuki-Forum heißt es, Japan sei zum virtuellen Zeitpunkt der Ereignisse der Serie geteilt und der Norden sei von den Kommunisten (Russland? China?) besetzt…
Lautsprecher: Durch diesen Sieg haben unsere Truppen die öffentliche Ordnung mit einem Minimum an Opfern wiederhergestellt.

Naoyuki gehen während dieser Meldungen ganz eigene Gedanken durch den Kopf:

Naoyuki: Mit einem Minimum an Opfern…

Der Junge denkt an das eine Opfer, welches ihn selbst schlimmer treffen würde als jedes andere. Aber Iriyas Truppen haben gewonnen – vielleicht lebt sie noch?


Am nächsten Tag fährt Naoyuki in höchster Eile in die Schule…

Schild: Langsam
Schild: fahren
Schild: auf dem
Schild: Schulhof

… und sucht in seinem Schuhfach mal wieder nach einer Nachricht von Iriya – aber vergeblich. Nervös öffnet er die Türe zum Klassenzimmer – aber Iriyas Platz ist unbesetzt. Das Mädchen wird dieses Klassenzimmer nie wieder betreten.

Kawaguchi: Ab heute verläuft der Schulbetrieb wieder normal.
Naoyuki: Herr Lehrer!

Nun muss Naoyuki für sein Weglaufen und die versäumten Schulstunden geradestehen:

Naoyuki: Der unfähige Asaba Naoyuki meldet sich hiermit in Schande zurück!
Naoyuki: Ich bedauere zutiefst, Ihnen solchen Ärger gemacht zu haben!
Kawaguchi: Asaba…

Der Lehrer ist offensichtlich über die Ereignisse informiert und sieht keinen Grund, Naoyuki noch irgendwie abzustrafen:

Kawaguchi: Du darfst deinen Eltern nicht solche Sorgen machen.
Naoyuki: Jawohl!

Damit ist Naoyuki verdammt glimpflich davon gekommen.

Kawaguchi: Ach ja, Asaba…
Kawaguchi: Wieso trägst du als einziger noch die Sommer-Uniform?

Den Zeitpunkt zum Wechsel auf die Winter-Uniform (wir haben inzwischen Ende Oktober!) muss Naoyuki während seiner Abwesenheit verpasst haben. Zudem ist der "UFO-Sommer" für ihn noch nicht beendet – auch das symbolisiert seine Schuluniform irgendwie ein bisschen.


Naoyuki ist mit seinen Gedanken nicht beim Unterricht; sein Freund Nishikubo brennt darauf, zu erfahren, was passiert ist. Im Hintergrund hören wir bereits aus der Ferne einen herannahenden Hubschrauber…

Nishikubo: Asaba…
Nishikubo: Stimmt es, dass du von daheim weglaufen bist?
Nishikubo: Sudou hat mir das am Telefon erzählt.
Nishikubo: Sie hat sich echt Sorgen um dich gemacht.

Irgendwann wird hoffentlich Naoyuki begreifen, was Akiho für ihn empfindet. Derzeit ist es noch ein bisschen früh dafür. Im Augenblick hat er keinerlei Lust, seine ganze Geschichte zu erzählen, und spielt die Ereignisse herunter:

Naoyuki: Ich bin nicht weggelaufen.
Naoyuki: Aber wir hatten ja keinen Unterricht mehr.
Naoyuki: Da wollte ich einfach ein bisschen durch die Gegend trampen.

Nishikubo versucht, doch noch irgendwie etwas aus Naoyuki herauszuholen:

Nishikubo: Sag mal, Asaba…
Naoyuki: Was denn?
Nishikubo: Iriya hat dich sitzen lassen, nicht wahr?

Stille. Der Hubschrauber kommt näher. Naoyuki, der sich seit Tagen mit der Ungewissheit quält, ob Iriya überhaupt noch am Leben ist, bricht in Tränen aus (als Junge in seinem Alter! Und das vor allen Klassenkameraden, und noch dazu in Japan! Was für ein Gesichtsverlust!) – und Nishikubo ist zutiefst erschrocken:

Nishikubo: Entschuldige… das wollte ich nicht…
Nishikubo: Tut mir wirklich Leid, Asaba…

Wenn Nishikubo geahnt hätte, was er seinem Freund da gerade angetan hat, dann hätte er es zweifellos bleiben lassen!

In diesem Moment kreist ein Hubschrauber ziemlich tief direkt über der Schule, und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen:

Lautsprecher: 2.Jahrgang, Klasse 4, Asaba Naoyuki-kun,…

Jemand von der JSDF telefoniert in diesem Moment mit dem Lehrerzimmer, und die Leitungsqualität ist anscheinend nicht ganz perfekt:

Lautsprecher: …äh, wie? Ah – hier ist ein Anruf für dich.
Lautsprecher: Jemand aus dem Hubschrauber der JSDF will dich sprechen.

Dem Militär geht das alles zu langsam – Hagiyama drängt den Lehrer (der womöglich darauf bestanden hatte, die Durchsage selbst vorzunehmen, damit alles seine Ordnung hat…) vom Mikrofon weg…

Lautsprecher: He, was soll das? Was tun Sie da? Hören Sie sofort auf damit!

…und nimmt die Sache selbst in die Hand (auch wenn er damit nun noch mehr Aufsehen erregen wird):

Lautsprecher: Hier spricht Hagiyama, Abteilung 4 des Nachrichtendienstes der JSDF.
Lautsprecher: 2.Jahrgang, Klasse 4, Asaba Naoyuki-kun,…
AnY-Spork ergänzt noch "attendance Nr. 1" – aber mir fehlt jeglicher Kontext, ob das eine Nummer des Schülers im Klassenbuch sein soll, oder eine ehrenvolle Anrede, oder vielleicht gar ein Titel "Begleiter Nr. 1", d. h. die offizielle Variante von "Schoßhündchen" (also eine Art "Dienstgrad" von Naoyuki – das wäre aber praktisch Geheimnisverrat, so etwas über den Lautsprecher zu sagen).
Lautsprecher: Aufgrund eines Notfalls benötigen wir unbedingt deine Mitarbeit.
Lautsprecher: Wir sind hier, um dich abzuholen.

Einen Augenblick später dringen Soldaten ins Klassenzimmer ein und identifizieren Naoyuki aufgrund eines mitgebrachten Fotos.

Nishikubo: Asaba…?

Naoyuki hat sofort begriffen: Dies alles kann nur bedeuten, dass man ihn jetzt zu Iriya bringen wird – also lebt sie noch!

Naoyuki: Ich muss fort.

Eingerahmt von zwei schwer bewaffneten Soldaten geht der Junge auf den startbereiten Hubschrauber zu, während sein Freund ihm nachruft:

Nishikubo: Asaba!
Nishikubo: Pass gut auf dich auf!

Am Hubschrauber wird er von einer jungen Frau schon sehnlichst erwartet:

Sakisaka: Schnell, steig ein!
Sakisaka: Wir haben keine Zeit zu verlieren!
Naoyuki: In Ordnung.

Die Frau packt Naoyuki am Handgelenk, und ab geht’s!

Sakisaka: Ich heiße Sakisaka Eri. Freut mich, dich kennen zu lernen.
Sakisaka: Oder haben uns vielleicht schon beim Schulfest im Krankenzimmer gesehen?

Denn dort haben wir "Eri-chan" kennen gelernt, als zahllose Jungs sie in Episode 3 angeschwärmt hatten. Sakisaka setzt Naoyuki einen Kopfhörer auf (bei diesem Lärm der Rotoren können sich beide so besser unterhalten):

Sakisaka: Ist das dein erster Flug?
Naoyuki: Äh, ja.

Der Zeitungsclub hat zwar immer gerne von Fluggeräten berichtet, aber selbst darin zu sitzen, das ist dann eben doch etwas Anderes.

Sakisaka: Dann solltest du versuchen, zu schlafen – dann verträgst du den Flug besser.
Sakisaka: Ich könnte dir ein Schlafmittel geben…

Ohne nachzudenken fragt der überraschte Junge:

Naoyuki: Wird der Flug denn so lange dauern?
Sakisaka: Wir werden mindestens 6 Stunden unterwegs sein.
Sakisaka: Ich kann dir im Moment nicht sagen, wohin wir fliegen müssen.
Naoyuki: Wenn wir dort sind…
Naoyuki: …werde ich dann Iriya sehen dürfen?

Sakisaka zögert – sie, die das "Schoßhündchen" nur aus Erzählungen ihrer Kollegen (inklusive Iriya selbst, siehe die Vorbereitung auf den Volkstanz) kennt, ist überrascht, wie sehr Naoyuki an Iriya hängt.

Sakisaka: Ich denke schon.

Nach einem langen Flug (anscheinend ohne Schlafmittel – davon hat Naoyuki seit Episode 2 vermutlich die Nase voll…) erreicht der Hubschrauber sein Ziel: Einen Flugzeugträger. Naoyuki als Mitglied des Zeitungsclubs könnte das Schiff womöglich sogar identifizieren:

Naoyuki: Das ist doch…
Sakisaka: … die USS Ticonderoga.
Die fünfte reale USS Ticonderoga wurde 1980 gebaut, zuletzt im Südpazifik eingesetzt und 2004 außer Dienst gestellt; sie war Namensgeber für alle Schiffe der Ticonderoga-Klasse, Kreuzer mit eigener Hubschrauber-Plattform (kein reiner Flugzeugträger wie im Anime).

Als Naoyuki bei noch laufendem Motor aussteigt und in die tief stehende Sonne blickt, kommt ihm eine bekannte Gestalt (mit ziemlich grimmigem Blick) entgegen:

Enomoto: Tut mir Leid, dass wir dich den ganzen Weg hierher holen mussten.

Naoyuki macht sofort klar, dass er kooperieren will:

Naoyuki: Die Lage scheint wirklich ernst zu sein.
Enomoto: Was du bisher gesehen hast, war nichts verglichen mit dem, was du gleich erleben wirst.

Ohne weitere Erklärung geht Enomoto ins Unterdeck des Flugzeugträgers; Naoyuki folgt ihm auf dem Fuß und möchte wissen:

Naoyuki: Entschuldigen Sie…

Enomoto hält den Moment angemessen für eine Lagebeschreibung – jetzt ist der Moment da, für den er das "Schoßhündchen"-Projekt gestartet hatte:

Enomoto: Iriya hat den Einsatzbefehl verweigert.
Enomoto: Ausgerechnet jetzt will sie nicht mehr weiterkämpfen.
Enomoto: Wir sind mit unserer Weisheit am Ende.
Enomoto: Vielleicht hat sie sogar vor, sich umzubringen.

Clever gemacht von Enomoto: Er kann Naoyuki ja nicht direkt anweisen, Iriya zum Weiterkämpfen zu bewegen (da würde der Junge nicht mitmachen, nachdem er in Episode 4 mit Iriya durchgebrannt war, um sie die Militär zu entziehen). Aber ihn zu motivieren, Iriyas Leben zu retten – das kann funktionieren!

Naoyuki: Aber…
Naoyuki: Wieso…
Naoyuki: Ich dachte, der Krieg ist vorbei?
Enomoto: Wer hat dir denn das erzählt?
Naoyuki: Aber… im Fernsehen hieß es doch…

So, so, das Fernsehen. Als ob die JSDF das nicht längst kontrollieren würde – Evangelion lässt grüßen. Vorher hatte ja auch niemand gewusst, dass der Krieg bereits 1947 begonnen hatte… langsam begreift Naoyuki und konzentriert sich nun auf die Hauptsache:

Naoyuki: Was ist mit Iriya? Wo ist sie?
Enomoto: Zu der wollen wir doch gerade.
Enomoto: Wir sind gleich dort.

Zahlreiche Soldaten in Deckung, einige davon schwer verletzt – Iriya ist offensichtlich umstellt, aber nicht klein zu kriegen. Enomoto geht furchtlos und aufrecht zu einem der Soldaten mit Feldtelefon:

Enomoto: Iriya, Asaba ist hier.

Als Antwort explodiert eine Leuchtröhre über Enomotos Kopf – Iriya setzt erstmals deutlich ihre ESP-Fähigkeiten ein.

Mehrere Soldaten liegen bewegungslos auf dem offenen Schussfeld, an dessen Ende ein seltsames Gewebe die Wände überwuchert. "Es lebt" hatte Suizenji vor seiner Festnahme am Telefon gesagt – ist der Black Manta mehr als nur eine Maschine?

Enomoto: Jetzt hör schon auf mit dem Unfug.
Enomoto: Lass uns doch ein bisschen reden – nur du, ich und Asaba, okay?

Enomotos Telefonhörer explodiert in dessen Hand – Iriya ist nicht auf ein Schwätzchen aufgelegt, und offenbar hat sie Naoyuki noch nicht gesehen.

Enomoto: Um ehrlich zu sein: Für deine Sicherheit kann ich nicht garantieren.

Immer wenn Enomoto von "ehrlich" redet, wird mir flau im Magen. Naoyuki ist sein letzter Trumpf – wenn der hier nicht sticht, dann ist sein Leben für Enomoto auch nichts mehr wert. Allein für diese Chance würde er den Jungen jederzeit opfern.

Enomoto: Wir werden zwar alles versuchen, aber wenn du jetzt dort hinüber gehst,…
Enomoto: …weiß ich nicht, ob ich dich beschützen kann.

Was Naoyuki sowas von egal ist. Falls Iriya auf ihn schießen sollte, wäre ihm sein eigenes Leben auch nicht mehr viel wert. (Ein Glück, dass Akiho diese Szene nicht miterleben muss…) Mit wilder Entschlossenheit in den Augen macht sich der Junge auf den Weg…


Schließlich steht Naoyuki direkt vor dem Black Manta. Zahlreiche durchgekreuzte grüne Markierungen – und vier rote. Sind das Iriyas tote Kollegen? Naoyuki sieht einen Haarschopf, der ihm bekannt vorkommt:

Naoyuki: Iriya!

Aber das Mädchen reagiert nicht auf seine Stimme. Naoyuki fasst Iriya an der Schulter – doch diese weicht vor ihm zurück! Iriyas linker Arm ist anscheinend funktionsuntüchtig; auf "allen Dreien" robbt sie voller Angst davon, mit einer Maschinenpistole in der rechten Hand (die kennen wir noch aus Episode 1 im Bunker). Naoyuki wirft sich auf sie, um sie festzuhalten:

Naoyuki: Iriya! Iriya!

Auf dem Anzug des Mädchens sind zahlreiche aufmunternde Sprüche ihrer Kollegen zu erkennen – ähnlich wie auf einem Gipsbein:

Schild: Viel Glück!
Schild: Treffer-Garantie
Schild: Oberbefehlshaber
Schild: der Sonohara-Basis
Schild: Göttliche Anmut
Schild: Töte sie mit einem Schuss!
Schild: Wir lieben dich,
Schild: Iriya!

Naoyuki beißt auf die Zähne:

Naoyuki: Iriya!
Naoyuki: Hey, Iriya…

Naoyuki streichelt das Mädchen über die Wange – in diesem Moment entspannt sich Iriya und öffnet ihre Augen.

Naoyuki: Erkennst du mich?

Naoyuki dreht Iriyas Kopf vorsichtig in seine Richtung und blickt ihr tief in die tränennassen Augen.

Naoyuki: Wer bin ich?

Wie oft hatte Naoyuki diese Frage auf ihrer gemeinsamen Flucht gestellt – und wie oft musste er sich anhören, wie Iriya aufgrund ihres Gedächtnisverlustes ihn für jemand anderen hielt! Aber jetzt…

Iriya: Asaba???

Nur zögernd kommt der Name über die Lippen des Mädchens – sie hatte nicht mehr daran geglaubt, ihn jemals wieder zu sehen (und sie wird uns gleich erklären, wieso). Naoyukis ganze Anspannung löst sich in Tränen auf:

Naoyuki: Iriya…!
Iriya: Asaba, wieso…?
Iriya: Wieso?
Iriya: Wieso erst jetzt?
Iriya: Wieso bist du erst jetzt zurückgekommen?

Iriya glaubte, ihr Asaba habe sie verlassen!

Iriya: Wieso hast du mich zurückgelassen?

Iriyas Erinnerung endet bei der Szene auf den Bahngleisen in Episode 5, als der verärgerte Naoyuki ohne sie weitergegangen war – alles, was danach geschehen ist, hat sie vergessen.

Iriya: Magst du mich nicht mehr?

Rückblende auf die Szene an den Bahngleisen – Iriya spricht derweil weiter:

Iriya: Hast du mich deshalb zurückgelassen? Weil du mich nicht ausstehen kannst?
Iriya: In dieser Nacht… es war stockfinster…
Iriya: Ich hatte Angst vor der Dunkelheit…
Iriya: Ich hatte solche Angst!
Iriya: Ich habe gehofft, dass du zurück kommst…
Iriya: Ich habe die ganze Zeit auf dich gewartet!
Iriya: Es war finster, und ich hatte Angst…
Iriya: Asaba, ich hatte Angst davor, dass du mich hasst.
Iriya: Es war so schrecklich und finster, und es wurde immer finsterer…

Naoyuki richtet die in Tränen aufgelöste Iriya vorsichtig auf und nimmt sie in seine Arme – das sagt mehr als tausend Worte.

Naoyuki: Hör mal, Iriya…
Naoyuki: Es tut mir Leid, dass ich so gemein zu dir war.

In der Tat hatte Naoyuki damals ein paar ziemlich hässliche Sachen zu ihr gesagt.

Naoyuki: Ich habe das alles nicht so gemeint.
Naoyuki: Ich war frustriert darüber, dass ich überhaupt nichts für dich tun konnte.
Naoyuki: Ich war wütend auf mich selbst.
Naoyuki: Nur deshalb habe ich solche Sachen gesagt.
Naoyuki: Aber die Wahrheit ist…

Die Lage scheint unter Kontrolle zu sein; die Soldaten erheben sich aus ihrer Deckung, Naoyuki hört ihre Schritte… er schrickt zusammen und erinnert sich wieder, wo er sich eigentlich befindet! Mit einem wilden Sprung schnappt er sich die Waffe, welche Iriya fallen gelassen hatte, und ballert blind drauflos:

Naoyuki: Das habt ihr euch wohl so gedacht!
AnY-Spork meint: "Give me your best shot", also etwa "Zeigt mal, was ihr drauf habt!" Das klingt fürchterlich arrogant aus Naoyukis Mund und passt überhaupt nicht in die Szene hinein: Ja, Naoyuki ist wütend und überschätzt seine eigenen Möglichkeiten, aber er spricht nicht herablassend.
Naoyuki: Falls ihr geglaubt habt, ich würde sie überreden, weiterzukämpfen, dann habt ihr euch geschnitten!
Naoyuki: Ich werde nicht zulassen, dass Iriya weiterhin die Drecksarbeit für euch erledigen muss!

Fassungslos hört die Betroffene seinem Ausbruch zu:

Iriya: Asaba…
Naoyuki: Und ich werde auf gar keinen Fall zulassen, dass Iriya stirbt!
Naoyuki: Meinetwegen kann die Menschheit untergehen, solange Iriya dafür weiterleben kann!

Enomoto grinst – auch wenn die Lage hochbrisant ist, arbeitet Naoyuki ihm letzten Endes doch in die Hände. Nur eines fehlt noch:

Naoyuki: Iriya…
Naoyuki: …ich liebe dich, Iriya.
Naoyuki: Ich habe dich von Anfang an geliebt.
Naoyuki: Tag für Tag kann ich an nichts anderes denken als an dich, Iriya.
Naoyuki: An den Tagen, als du nicht in die Schule kamst,…
Naoyuki: …habe ich die ganze Zeit deinen leeren Schreibtisch angestarrt.
Naoyuki: Und wenn du doch in die Schule kamst, war ich alleine darüber schon glücklich.
Naoyuki: Seit der Nacht, als wir einander am Schwimmbecken begegnet sind,…
Naoyuki: …habe ich die ganze Zeit… bis heute…
Naoyuki: …immer nur dich geliebt, Iriya.
Naoyuki: Und ich werde dich auch immer lieben.
Naoyuki: Asaba Naoyuki – liebt – Iriya Kana!!!

Enomoto ist zufrieden mit Naoyukis Auftritt – und zündet sich seine letzte Zigarette an. Denn was jetzt kommt, hatte er genau so geplant:

Iriya: Endlich verstehe ich, was du für mich empfindest, Asaba.
Iriya: Das ist alles, was ich mir gewünscht habe.
Iriya: Keine Sorge – jetzt ist alles gut.

Die metallischen Einsätze in Iriyas Handgelenken beginnen zu leuchten; per ESP hat sie bereits ihrer Black Manta aktiviert.

Naoyuki: Iriya…
Iriya: Mir sind die anderen genauso egal wie dir.
Iriya: Es kümmert mich nicht, ob die Menschheit untergeht.
Iriya: Alles, was ich will, ist, dich zu beschützen, Asaba!
Iriya: Nur für dich allein werde ich weiterkämpfen,…
Iriya: …und nur für dich, Asaba, werde ich sterben.
Iriya: Du bist alles, was ich brauche, Asaba.

Naoyuki als Ersatz für Erika installiert – Operation "Schoßhündchen" erfolgreich abgeschlossen! Enomoto hat die Menschheit gerettet.

Iriya löst sich von Naoyuki… ein letztes Mal sehen die beiden einander in die Augen… und Iriya lächelt zum Abschied. Der Black Manta startet vom Deck des Flugzeugträgers, und Naoyuki ruft seiner Geliebten hinterher:

Naoyuki: Iriya!

Während Naoyuki noch sehnsüchtig dem Black Manta nachblickt, kommt Enomoto auf ihn zu – jetzt hat er nichts mehr zu verbergen:

Enomoto: Tja, am Ende warst du uns doch noch eine große Hilfe.
Enomoto: Ich hätte nicht gedacht, dass es so reibungslos funktionieren würde.
Enomoto: Du hast dir einen Orden für die Rettung der Menschheit verdient.

Und erst jetzt erkennt Naoyuki, was Enomoto mit ihm gemacht hat! Wütend fletscht er die Zähne… und ganz plötzlich merkt er, dass er eine Maschinenpistole in seiner Hand hält! Wo kommt die auf einmal her? Als er dem Black Manta nachblickte, konnten wir seine beiden Hände sehen, und da war keine Waffe weit und breit… hat hier etwa Iriya mit ihren ESP-Kräften "nachgeholfen"? Aber bevor Naoyuki reagieren kann, richtet Enomoto seine Pistole auf die Stirn des Jungen:

Enomoto: Tja, dein Projekt hat uns ganz schön auf Trab gehalten.
Enomoto: Aber am Ende hast du uns eine tolle Show geboten.
Enomoto: Danke schön.
Enomoto: Und nun – auf Nimmerwiedersehen, Asaba Naoyuki-kun…

Das Schoßhündchen hat seine Schuldigkeit getan – das Schoßhündchen kann gehen? Naoyuki reißt seine Waffe hoch und feuert das restliche Magazin leer. Einige der Kugeln treffen Enomoto… schwer verwundet humpelt dieser auf den Jungen zu…

Enomoto: Also echt…

…hält ihm die Pistole an die Stirn, drückt ab – es ist keine Kugel im Lauf!

Enomoto: Du bist und bleibst ein Versager!
Enomoto: Und einer wie du wollte die Welt zerstören…

Enomoto lässt seine Waffe fallen und streckt Naoyuki mit einer satten Rechten zu Boden.

Enomoto: Ich…
Enomoto: …hätte mich so darüber gefreut,…
Enomoto: …wenn du mich umgebracht hättest.

Denn das war ganz offensichtlich sein Motiv dafür, den Jungen mit seiner ungeladenen Waffe zu bedrohen!

Auch im Roman bleibt offen, ob Enomoto am Ende stirbt oder nicht.

Gemeinsam blicken Enomoto (immer noch mit Zigarette im Mund) und Naoyuki gen Himmel, wo ein leuchtender Punkt über ihre Köpfe dahin zieht… mit einigen Pirouetten fliegt eine glückliche Iriya der Sonne entgegen.


Ein neuer Sonnenaufgang… das Leben geht weiter, auch ohne Iriya:

Naoyuki: Und dann…
Naoyuki: …kehrte unser Vorsitzender zurück.
Suizenji: Ich kann mich nicht erinnern!
Suizenji: Ich erinnere mich an gar nichts mehr!

Es ist schon komisch, dass Suizenji das anscheinend auch noch toll findet, was Shiina und Konsorten ihm da an Gehirnwäsche verpasst haben…

Naoyuki: Unsere Schulärztin Kurobe-sensei, die seit Juni gefehlt hatte, war ebenfalls wieder da.
Naoyuki: Die bisher ständig kaputten Telefonapparate wurden durch neue Geräte ersetzt.

Ein kleines Zeichen der Dankbarkeit der Behörden an die Schule, welche den Ausgang des Krieges so maßgeblich mit beeinflusst hat?

Naoyuki: Und Akiho…

…fragt natürlich, wo ihre neue Freundin Iriya geblieben sei:

Akiho: Meinst du nicht, dass ich ein Recht habe, es auch zu erfahren?

Asabas Vater geht wieder seinem Beruf aus Friseur nach:

Vater: Wenn sie jetzt die US-Truppen von der Basis abziehen, dann wird es in Sonohara ganz schön einsam werden.
Das "US" habe ich ergänzt, um klar zu machen, was passiert: Die Basis wird nicht aufgelöst, aber der amerikanische Verbündete rückt ab. (Siehe auch später die Liste der Projekte des Zeitungsclubs.)

Naoyuki kommt gerade nach Hause und hat die Post mitgebracht:

Naoyuki: Da bin ich wieder.
Vater: Ah, willkommen daheim.

Dem Vater fällt auf, wie Naoyuki nachdenklich einen Briefumschlag betrachtet. Der Brief ist von Shiina, und diese redet Naoyuki voller Ehrerbietung an:

Shiina: Asaba Naoyuki-sama, …
Shiina: …eigentlich ist es mir peinlich, das zuzugeben, aber ich habe kaum Übung im Briefe schreiben.

In den Straßen von Sonohara wird der Abzug der Truppen gefeiert…

Shiina: Doch diesen einen Brief musste ich um jeden Preis schreiben, damit du die Wahrheit erfährst.

Jetzt also doch die Wahrheit – die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit?

Shiina: Deshalb werde ich meinen Namen nicht als Absender auf den Umschlag schreiben.

Hm. Ob das einen Unterschied macht? Falls die Familie Asaba nach wie vor unter Überwachung steht, dann würde die Zensur jeden Brief an Naoyuki öffnen und lesen.

Shiina: Denn mein richtiger Name ist nicht Shiina Mayumi.
Im Roman unterschreibt sie den Brief mit ihren Initialen "T. S.".

Soweit die Vorrede – los geht’s mit der Vorgeschichte:

Shiina: Anfang letzten Jahres wurde ich zum Roswell-Projekt versetzt.

Ah – mit "Roswell" können wir in der Tat etwas anfangen! Wie Iriya bereits in Episode 1 sagte: "Der Krieg hat 1947 begonnen…

Shiina: Damals waren von den Piloten des Black Manta nur noch zwei übrig geblieben: Iriya Kana und Erika Proudfoot.

Iriya hatte Naoyuki in Episode 2 erzählt, dass sie anfangs (zur Zeit ihrer Stationierung in den USA) noch zu fünft gewesen waren. Die Spielplatz-Episode muss also mindestens zwei Jahre her sein.

Shiina: Ihre Kampfmoral begann nachzulassen, und das entwickelte sich zu einem ernsten Problem.
Schild: Bahnhof Sonohara
Schild: Bahnhof Sonohara
Shiina: Beide kämpften eigentlich nur noch weiter, um einander zu beschützen.
Shiina: Doch auch dieser letzte Grund war im August des vergangenen Jahres hinfällig geworden.
Shiina: Bei der Rückkehr von einem Patrouillenflug verlor Erika die Kontrolle über ihren Black Manta.
Shiina: Die einzige, die hätte verhindern können, dass Erika immer weiter beschleunigte,…
Shiina: …war Iriya, die ausgesandt wurde, ihr zu helfen.
Shiina: Aber Erika beschleunigte immer weiter.
Shiina: Schließlich erhielt Iriya den Befehl, Erika abzuschießen, und verfolgte diese viermal rund um die Erde.
Mir ist nicht wirklich klar, was genau auf diese Flug passiert ist. Waren Erika und Iriya gemeinsam auf Patrouille, oder ist Iriya ausgeschickt worden, um Erika zu helfen? Wie hätte diese Hilfe aussehen sollen? Hätte Iriya bei diesen irrsinnigen Geschwindigkeiten Erikas Black Manta von außen reparieren können? Dass Erika bei ständig steigender Geschwindigkeit irgendwann der Belastung nicht mehr standhalten kann, verstehe ich – aber warum musste Iriya sie abschießen? War es so entscheidend, dass der Black Manta nicht über Feindgebiet abstürzt? Er kann doch nur von ESPlern mit modifiziertem Nervensystem geflogen werden… mir ist unklar, ob dieses Risiko es rechtfertigte, Iriyas Moral dermaßen gründlich zu ruinieren, in dem man ihr den Befehl erteilte, ihre einzige Freundin umzubringen. (Die nachfolgenden Ereignisse beweisen, dass dies Japan beinahe den Sieg gekostet hätte.)
Shiina: Das Funkprotokoll dieses Einsatzes wurde gelöscht,…
Shiina: …aber selbst wenn es noch vorhanden wäre, hätte ich nicht den Mut, es mir anzuhören.

Wir sehen hier die Szene vom Beginn der 1. Episode – das war also wirklich Iriyas Jagd auf Erika.

Shiina: Nach diesem Vorfall wurde Iriya autistisch.
Shiina: Sie schien sich zwar wieder davon zu erholen, doch eine Reihe von Nachwirkungen blieb erhalten.
Shiina: Eine davon äußerte sich in ihrem zunehmenden Gedächtnisverlust.
Das "zunehmend" habe ich gegenüber der englischen Vorlage ergänzt, weil es unserem (bzw. Asabas) Informationsstand entspricht.
Shiina: Iriya begann, sich in erfundene Erinnerungen zu flüchten – etwa, dass sie an jedem Tag gar keinen Einsatz geflogen sei.
Shiina: Sie begann auch, sich einzubilden, dass sie Erikas Geist zu bestimmten Gelegenheiten sehen könne.

Und nun beginnt die Beschreibung des "Puppy Ploy":

Shiina: Unsere oberste Priorität war es, Iriyas Motivation wiederherzustellen.
Shiina: Wir hatten also die Aufgabe, etwas zu finden,…
Shiina: … das Iriya würde beschützen wollen.
Shiina: Doch am Abend des 31. August floh Iriya Kana aus der Sonohara-Basis.

Das war offenbar der erste Todestag von Erika. Ein Jahr lang hatte Iriya alleine durchgehalten, aber diese Erinnerung war zuviel für sie.

Shiina: Am Schwimmbecken der Sonohara-Mittelschule ist sie dann dir über den Weg gelaufen.
Der Roman erklärt Iriyas Ausflug an den Pool folgendermaßen: Enomoto ermutigte Iriya (die sich bereits einbildete, Erika als Geist zu sehen) dazu, eine Schule zu besuchen (um neue Freunde zu gewinnen). Iriya wollte zunächst nicht, aber Enomoto machte ihr die Sonohara-Schule damit schmackhaft, dass diese ein Schwimmbecken besitzt – denn Erika war eine gute Schwimmerin gewesen, und deshalb wollte Iriya selbst auch schwimmen lernen. In ihrem verworrenem Zustand glaubte Iriya, Erikas Geist habe ihr gesagt, sie solle nachts heimlich zum Schwimmbecken kommen – wo sie dann Asaba traf, kurz bevor Enomoto erschien, um sie wieder zur Basis zurück zu bringen.

Derweil geht das reale Leben weiter: Naoyuki trifft sich mit den anderen Mitgliedern des Zeitungsclubs.

Akiho: Da bist du ja endlich!

Zurück zu Shiinas Brief:

Shiina: Was ab diesem Zeitpunkt mit Iriya geschehen ist, das weißt du selbst vermutlich besser als wir.
Im Roman wird erklärt, wieso Iriya am nächsten Tag in der Schule erscheint und in Naoyukis Klasse kommt: Sie hat darauf bestanden! Als Erklärung gegenüber Enomoto gab sie an: "Dort ist jemand, den ich gern habe." Das dürfte der Moment gewesen sein, in dem Enomoto die Bedeutung des "Schoßhündchens" bewusst wurde.

Naoyuki ist nach dem steilen Berg, den er mit seinem Fahrrad hinauf gestrampelt ist, ziemlich erschöpft und rennt erst einmal an der verblüfften Akiho vorbei, um sich auf das Wasser des Brunnens zu stürzen; das Mädchen ist entsprechend besorgt:

Akiho: He – alles in Ordnung mit dir?
Shiina: Unsere Aktivitäten im Anschluss auf dieses Ereignis…
Shiina: …wurden von den Eingeweihten in unserem Team mit dem Codenamen "Operation Schoßhündchen" bezeichnet.
Shiina: Mit dem "Schoßhündchen" meinten wir natürlich dich.
Shiina: Oder eigentlich: Die ganze Welt, die du repräsentieren solltest.

Naoyuki ist immer noch erschöpft, aber Akiho sucht das Gespräch mit ihm:

Akiho: Hör mal, Asaba…
Naoyuki: Was ist?
Akiho: Tut mir Leid wegen neulich.

Sie bezieht sich auf die Szene, die wir vorhin gesehen haben: Im Klassenzimmer hatte sie lautstark eine Erklärung verlangt, was aus Iriya geworden sei.

Akiho: Jetzt, nachdem ich mich gerade erst mit Iriya angefreundet hatte, ist sie plötzlich nicht mehr hier.

Laut Roman gibt Naoyuki als Erklärung für Akiho an, Iriya sei an eine andere Schule versetzt worden, was Akiho ihm nicht abnimmt.

Akiho: Asaba, ich finde es unfair, dass du mir nicht erzählst, was passiert ist, …
Akiho: …und ich bin traurig darüber, dass du mir nicht vertraust.

Akiho möchte vor allem das Vertrauen Naoyukis gewinnen, wenn aus den beiden jemals etwas werden soll – und der "Fall Iriya" bietet sich für einen Test dieses Vertrauens natürlich an, zumal eine gewisse latente Eifersucht bei Akiho sicherlich noch vorhanden sein dürfte: Sie selbst hatte nie die Gelegenheit, so viel Zeit gemeinsam mit Naoyuki zu verbringen, und mit ihr ist er niemals "durchgebrannt".

Naoyuki findet den Druck, den Akiho da auf ihn ausübt, auch nicht fair (vermutlich hat er inzwischen ein vernünftiges Verhältnis zum Thema "militärische Geheimnisse"):

Naoyuki: Also hör mal…

Akiho spürt, dass sie zu weit gegangen ist, und rudert zurück:

Akiho: Schon in Ordnung.
Akiho: Erzähl es mir, wenn die Zeit dafür reif ist.
Akiho: Ich kann warten.

Und das war so ziemlich das Beste, was sie tun konnte.

Zurück zu Shiinas Brief:

Shiina: Ich kann mir vorstellen, dass du Enomoto hassen musst.
Shiina: Aber überleg mal:
Shiina: Er war der Einzige, der die ganze Zeit über fest davon überzeugt war, wie wichtig das "Schoßhündchen" für Iriya sein musste.
Shiina: Inzwischen kann ich auch nachempfinden, was in Enomoto vorgegangen sein muss.
Shiina: Natürlich ging es letzten Endes ausschließlich darum, Iriya zu motivieren, in die entscheidende Schlacht auszurücken.
Shiina: Ich will das überhaupt nicht beschönigen.

Endlich trifft auch das dritte Clubmitglied am Treffpunkt ein, und Akiho meckert wie üblich:

Akiho: Unser Vorsitzender kommt auch mal wieder zu spät!

Shiina fasst ihren Brief zusammen:

Shiina: Aber trotz alledem:
Shiina: Was Iriya Kana, die ihr ganzes Leben als Pilotin des Black Manta verbrachte, am Ende mit ihren eigenen Augen sah, …

Dies ist der einzige Hinweis auf Iriyas Schicksal, den wir erhalten: Sie ist also aller Wahrscheinlichkeit nach inzwischen gestorben, wahrscheinlich aufgrund ihres fortschreitenden körperlichen Verfalls. (Immerhin ist Japan nicht vernichtet worden, woraus wir schließen können, dass Iriya militärisch nicht besiegt wurde!)

Shiina: …was sie mit ihren Ohren hörte, was ihr Körper fühlte, all dies kann doch nicht einfach wertlos gewesen sein,…
Shiina: …bloß weil wir es mit solch schändlichen Absichten zuwege gebracht haben.

Shiina versucht also, sich zu rechtfertigen: "Wenigstens war Iriya glücklich in den letzten Wochen ihres Lebens – also war nicht alles umsonst, was wir getan haben." Ob Naoyuki sich dieser Sichtweise wirklich anschließen wird?

Das Clubmeeting kann beginnen:

Naoyuki: Hör mal, Vorsitzender…
Suizenji: Was gibt’s, Korrespondent Asaba?
Naoyuki: Ich habe mir mal ein paar Gedanken über die Konstruktion von Kornkreisen gemacht.
Suizenji: Die Konstruktion von Kornkreisen?
Suizenji: Was soll das denn sein?

Naoyuki und Akiho sind beide erstaunt über Suizenjis Antwort:

Naoyuki: Hä?
Akiho: Heute ist doch das Projekt "Kornkreis" dran.

Und am Ende der Episode werden wir den Kornkreis sehen, den Naoyuki angelegt hat…

Akiho: "Abschied von den US-Truppen",…
Akiho: …"Abschied von den Foo-Fightern",…
Akiho: …"Das Rätsel des Kornkreises der Sonohara-Basis…"
Akiho: …das waren doch alles deine Vorschläge – oder etwa nicht?
Suizenji: Kornkreis?
Suizenji: Foo-Fighter?
Suizenji: Ich kann mich an nichts davon erinnern!

Es ist schon sehr seltsam, wie Suizenji seine "Gehirnwäsche" zelebriert…

Naoyuki: Dann mache ich das eben alleine.
Suizenji: Was meinst du mit "machen"?
Suizenji: Willst du etwa selbst einen Kornkreis anlegen?
Naoyuki: Jawohl.

Wie Naoyuki schon anlässlich des Schulfestes Iriya erklärt hat, ist es seine Art, sich in Arbeit zu stürzen, um sich zu verwirklichen.

Suizenji: Ganz alleine?
Naoyuki: Jawohl.
Suizenji: Um jeden Preis?
Naoyuki: Jawohl.
Suizenji: Na, dann tu, was du nicht lassen kannst…
Naoyuki: Jawohl!

Es wäre für die verblüffte Akiho eine tolle Gelegenheit, sich Naoyuki anzuschließen und ihm bei seinem Kornkreis zu helfen – selbst wenn sie den wahren Grund dafür nicht verstehen sollte.

Das letzte Wort der Geschichte hat noch einmal Shiina:

Shiina: Ich bin mir ganz sicher, "weil Asaba dort ist" war für Kana-chan ein ausreichender Grund, weiterzumachen.

Abschließend sehen wir das Zeichen, welches an Iriyas Black Manta angebracht ist, als Kornkreis in einem Feld:

Naoyuki: Und dann entschied ich mich dafür, einen Schlussstrich unter die Ereignisse des Sommers zu ziehen.

Naoyuki hat sich damit abgefunden, dass er Iriya nie wieder sehen wird – aber er verewigt sie in Form des Symbols, das er an ihrem Black Manta gesehen hat (und das auch im Clubraum als Symbol für "Projektpunkte" verwendet wird).

Der Roman endet damit, dass die Katze "Kouchou" ein Jahr nach den Ereignissen der Serie verschwindet und Naoyuki sich fragt, ob sie wohl auf ihre Suche nach Iriya gegangen ist – vielleicht ist auch gemeint, dass "Kouchou" ein Jahr später stirbt und deshalb mit Iriya wieder vereint wird.
Vorwort Episode 1 Episode 2 Episode 3 Episode 4 Episode 5 Episode 6 Analyse


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