Iriyas Himmel, Sommer der UFOs 4

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Iriya no Sora, UFO no Natsu / Episode 4: Suizenji, bitte melden!

Abendessen im Hause Asaba. Vater gurgelt mit seinem Getränk geräuschvoll zwischen den Zähnen; Yuuko ekelt sich davor und verlässt unter stummem Protest den Esstisch.

Vater: Was hast du denn, Yuuko?
Naoyuki: Sie kann es nicht ausstehen, wenn du das tust, Vater.
Vater: Wieso denn?
Naoyuki: Nach dem, was ihre Freundinnen ihr erzählen, bist du der einzige, der so etwas Ekelhaftes tut.
Mutter: Hat Yuuko dir das gesagt?
Naoyuki: Ja.
Mutter: Hm…
Mutter: So kenne ich sie ja gar nicht.

Das Licht im Zimmer flackert; direkt darauf folgt eine starke Erschütterung, die den Esstisch erbeben lässt.


Die beiden Kinder blicken aus dem Fenster; Naoyuki sieht durch seinen Feldstecher ein Flammenmeer.

Yuuko: He, Onii-chan – was ist denn da los?
Yuuko: Wo kommt dieser Rauch her?
Yuuko: Onii-chan! Jetzt lass mich doch auch mal gucken…
Yuuko: Komm schon, Onii-chan…
Vater: Das sieht ja übel aus.
Vater: Dort drüben liegt die Sonohara-Basis, nicht wahr?

Vater Asaba dürfte auf dem Schulfest von Nishikubo erfahren haben, daß Naoyuki viel Zeit mit der neuen Mitschülerin verbringt, die in dieser Basis wohnt – in diesem Falle wäre ihm klar, daß diese Explosion für seinen Sohn von besonderer Wichtigkeit sein muß.


Im Clubraum beobachtet Suizenji die Berichterstattung über den Vorfall im Fernsehen – und fasst einen Entschluss: Das muss er sich näher ansehen! Seine Idee ist plausibel: Solange dort das Hauptinteresse auf die Löscharbeiten gerichtet ist, könnte die Aufmerksamkeit gegenüber Spionen vernachlässigt werden. (Auf derselben Idee basiert eine Evangelion-Episode…)

Er hinterlässt im Clubraum vier (offenbar vereinbarte) Kennzeichen: Eine verstellte Uhr, die PC-Maus auf der Tastatur, das Plüschtier im Regal in liegender Position und eine Markierung an der Unterseite des Tisches. Später werden wir sehen, dass Naoyuki diese Kennzeichen zu deuten versteht.

Im Fernsehen läuft die Berichterstattung über die Ereignisse:

Schild: Waldbrand in der Nähe der Sonohara-Basis?
Lautsprecher: Wir können deutlich den dichten Rauch und das rote Licht des Feuers erkennen.
Lautsprecher: Der Ort der Explosion ist allem Anschein nach die Sonohara-Basis.
Schild: Kurznachrichten
Lautsprecher: Die Explosion in der Sonohara-Basis wurde vermutlich durch eine Lenkrakete der Nordallianz verursacht.
Lautsprecher: Mit sofortiger Wirkung tritt daher der Ausnahmezustand in Kraft.
Lautsprecher: Ich wiederhole: Die Explosion in der Sonohara-Basis wurde vermutlich durch eine Lenkrakete der Nordallianz verursacht…
Suizenji: Suizenji Kunihiro bereit zum sofortigen Ausrücken!

Der Titel der Episode:

Schild: Suizenji, bitte melden!

Die Schuluhr zeigt 10:10 Uhr an.

Kawaguchi: Ihr habt ja bestimmt alle mitbekommen, was gestern passiert ist.
Kawaguchi: Aufgrund der Ereignisse wird der Unterricht bis auf weiteres eingestellt.
Kawaguchi: Ihr werdet jetzt also alle nach Hause gehen.

Kurzes Zögern – dann bricht ein Jubelsturm unter den Schülern los. Das war nicht direkt die Reaktion, welche der Lehrer erhofft hatte:

Kawaguchi: Ruhe!
Kawaguchi: Dies ist eine Maßnahme zu eurer eigenen Sicherheit.
Kawaguchi: Denkt daran, dass wir uns im Ausnahmezustand befinden.

Naoyuki wirft sofort einen Blick hinüber zu Iriya…

Kawaguchi: Ihr werdet also zuhause bleiben, bis der Unterricht wieder aufgenommen wird.
Kawaguchi: Ist das klar?

Gehorsam antworten die Schüler:

Text: Jawohl…

Hanamura gewinnt der Situation auch eine gute Seite ab:

Hanamura: He, Asaba… und du auch, Nishikubo.
Hanamura: Wie wär’s mit einem kleinen Umweg vor dem Heimweg?
Naoyuki: Aber Kawaguchi meinte doch, wir sollen direkt nach Hause gehen.

Falls damit der Lehrer gemeint ist, dann vermisse ich ein "-sensei"… sein Ruf scheint nicht der Beste zu sein.

Naoyuki kramt derweil unter seiner Schulbank…

Nishikubo: Suchst du was Bestimmtes?
Naoyuki: Mein Drehbleistift… vorhin war er doch noch da…

In diesem Augenblick steht Iriya auf und verlässt das Klassenzimmer. Mit ihr übrigens auch der Drehbleistift – was Naoyuki zu diesem Zeitpunkt aber nicht ahnen kann.

An diesem Tag war nur wenig Unterricht – um 10 Uhr werden die Schüler bereits wieder nach Hause geschickt. Arg viele Möglichkeiten, Naoyukis Drehbleistift unbeobachtet von dessen Tisch zu klauen, kann Iriya also nicht gehabt haben. Hat sie etwa ihre ESP-Fähigkeiten eingesetzt? Das wäre ein enormes Risiko… was, wenn z. B. Akiho sie dabei beobachten würde?

Nishikubo: Schon wieder?
Nishikubo: Gestern hast du doch schon deinen Radiergummi und dein Lineal vermisst…

Akiho ist ebenfalls aufgestanden und folgt Iriya auf dem Fuße… und ihre Freundin bemerkt das:

Kiyomi: Akiho?

Die Ereignisse dieser Episode kommen langsam in Gang.

Hanamura bedrängt Naoyuki weiterhin, mitzukommen:

Hanamura: Jetzt macht doch mal halblang.
Hanamura: Es ist ja nicht so, als ob wir mitten im Krieg wären.

Doch, genau das ist der Fall! Es hat bloß niemand bemerkt, wie Iriya bereits in Episode 1 sagte.

Hanamura: Kommt schon, lasst uns abhauen.
Nishikubo: In Ordnung.

Asaba hat derweil ebenfalls beobachtet, wie die beiden Mädchen das Klassenzimmer verlassen haben. Nishikubo weckt ihn aus seinen Gedanken:

Nishikubo: Asaba, jetzt mach schon und komm auch mit.

Und das tut der Junge schließlich auch. Doch nun macht Kiyomi die Jungs darauf aufmerksam, dass Akiho Iriya nachgelaufen ist… das verspricht, interessant zu werden.


Iriya hat wie üblich die Telefonzelle aufgesucht, um ihren täglichen Anruf zu tätigen (siehe Suizenji, Episode 2), wo Akiho sie einholt und anspricht:

Akiho: Iriya?

Iriya ist überrascht und verunsichert; sie hat Angst vor dem, was jetzt passieren könnte. Aber sie nimmt all ihren Mut zusammen:

Iriya: Was willst du von mir?

Das klingt leicht hochnäsig. Akiho ärgert sich entsprechend… aber sie reißt sich zusammen, legt ein Lächeln auf und fragt:

Akiho: Ich gehe jetzt Informationen sammeln.
Akiho: Hast du Lust, mitzukommen?
Akiho: Du weißt doch, ich schreibe Artikel für unsere Zeitung.
Akiho: Es geht darum, Orte vorzustellen, wo es etwas besonders Leckeres zu essen gibt.
Akiho: Da gibt es jede Menge Angebote zu testen.
Akiho: Und da dachte ich, du möchtest mich vielleicht begleiten, Iriya.

Die Einladung ist ausgesprochen – und Iriya hat nun die Gelegenheit, gegenüber Akiho (welche sie in der Klasse laut hörbar kritisiert hat, ihr hier aber nun die Friedenshand reicht) ihr Gesicht zu verlieren. Genau das ist Akihos Absicht – deshalb muss sie Iriya zunächst einmal den einfachen Rückzug unmöglich machen:

Akiho: Ach ja – mach dir mal keine Sorgen wegen dem, was Kawaguchi gesagt hat.
Akiho: Jetzt, wo wir endlich genug Zeit haben, willst du doch auch mal Daten sammeln oder sogar einen Artikel schreiben – nicht wahr, Iriya?
Akiho: Schließlich bist du ja jetzt auch ein Mitglied des Zeitungsclubs, Iriya.
Akiho: Also musst du auch genauso für den Club arbeiten wie Asaba, sonst wärst du uns bloß ein Klotz am Bein.

Akiho setzt das Mädchen moralisch unter Druck: Iriya soll sich schuldig fühlen, ihrem Naoyuki nicht helfen zu können, während Akiho gleichzeitig hofft, dass Iriya keine Zeit hat, ihre Einladung anzunehmen. Und der Treffer sitzt, wie man an Iriyas Gesicht deutlich erkennen kann.

Akiho steht kurz davor, ihren Triumph einsacken zu können:

Akiho: Kommst du jetzt mit oder nicht?
Akiho: Das war viel zu einfach…

Doch in diesem Moment wirft Iriya ihre dienstlichen Pflichten (nämlich den Anruf!) über Bord und entscheidet sich dafür, ihr Gesicht zu wahren:

Iriya: Ich komme mit.

Akiho gefriert förmlich zu Eis – wie bitte? Nun hat sie tatsächlich den "Klotz am Bein"… tja, da muss sie jetzt durch. Sie macht also gute Miene zum bösen Spiel:

Akiho: Also, als erstes besuchen wir heute eine Bäckerei.
Akiho: Die ist zehn Bus-Minuten von hier entfernt.

Gespannt haben Kiyomi und die drei Jungs den Verlauf dieses Gesprächs belauscht… Akiho und Iriya bilden ein Team? Die Beobachter trauen ihren Augen nicht.


Schild: Kuchen und Backwaren
Schild: Erdbeerfelder
"Filds" ist im japanischen Original (vermutlich absichtlich) falsch geschrieben; es gibt einen Lebensmittel-Konzern "Strawberry Fields" in Illinois und einen Geschenkartikel-Konzern gleichen Namens in Kanada, mit deren Markenzeichen die Produzenten möglicherweise nicht direkt kollidieren wollten (ganz abgesehen vom Beatles-Titel).

Souverän gibt Akiho ihre Bestellung auf:

Akiho: Ein orange pekoe und ein Erdbeer-Parfait.
Anmerkung: orange pekoe: Zweitkleinste Teesortierung, aus feinsten Teilen der jungen Teetriebe

Iriya, die angesichts ihrer militärischen Isolation keinerlei Erfahrung mit Gaststätten hat, überlegt verbissen – und hat dann eine rettende Idee, um ihr Gesicht zu wahren:

Iriya: Ich nehme dasselbe wie Akiho.

Das ist natürlich nicht im Sinne der Informationssammlung (dazu müssten die beiden eher unterschiedliche Gerichte bestellen), aber Iriya hat begriffen, dass Akiho sie mit der Referenz auf Naoyuki persönlich herausgefordert hat – und sie ist entschlossen, hier nicht klein beizugeben.

Bemerkenswert ist, dass Iriya ihre Konkurrentin mit deren Vornamen anredet (so wie Akiho und deren beste Freundin Kiyomi das untereinander tun); von Naoyukis Bemühungen um ihren Eintritt in den Club weiß sie deren vollen Namen Sudou Akiho, verwendet aber nicht den Nachnamen, wie das unter Mitschülern üblich wäre. Naoyuki gegenüber hingegen hält die schüchterne Iriya Distanz und spricht diesen bis zum Schluss mit dessen Nachnamen an (mit dem sie im Laufe der Zeit allerdings auch entsprechende Emotionen verbindet). Auch Akiho redet Iriya natürlich mit dem Nachnamen an, während beispielsweise Kiyomi im Lauf dieser Episode auf Iriyas neuen Spitznamen "Kana-buu" wechselt.

Die Jungs beobachten die Szene durch die Fensterscheibe; Naoyuki hat schwere Bedenken:

Naoyuki: Das sollten wir besser nicht machen.
Naoyuki: Nennt man so etwas nicht Spannen oder Stalking?

Doch seine Meinung ist nicht mehrheitsfähig:

Kiyomi: Dann geh doch nach Hause.
Hanamura: Dann geh doch nach Hause.
Nishikubo: Dann geh doch nach Hause.

Genau das hatte ihr Lehrer eigentlich angeordnet – aber so, wie sich die Dinge entwickeln, kann Naoyuki davor nicht einfach die Augen verschließen. Er weiß ja, dass Akiho Iriya nicht ausstehen kann… also versucht er, wenigstens das Schlimmste zu verhindern, falls sich eine Gelegenheit dazu ergeben sollte.

Akiho genießt das Erdbeer-Parfait; Iriya löffelt die ihr sicherlich ungewohnte Süßspeise förmlich in sich hinein.

Akiho: Und, wie schmeckt es?
Iriya: Süß.

Nicht ganz die Antwort, welche Akiho erwartet hatte – aber eine Antwort, wie sie Iriya im Militärdrill anerzogen wurde: Kurz und präzise.


Ab geht’s zum nächsten Laden, einem Cafe:

Schild: Café
Akiho: Einen Windbeutel und einen Eiskaffee.
Iriya: Ich nehme dasselbe wie Akiho.

Als nächstes ist eine Pizzeria dran:

Schild: Pasta Piccolo
Akiho: Einmal Spaghetti mit Mayonnaise und einen Cream Soda.
Iriya: Ich nehme dasselbe wie Akiho.

Der Berg von Spaghetti, der dann geliefert wird, beeindruckt Akiho doch schon ziemlich – aber Iriya legt sofort los wie ein Scheunendrescher.

Akiho: Moment mal!
Akiho: Die tut man erst auf seinen Teller, bevor man mit dem Essen anfängt…

Schon wahr – aber wo soll Iriya denn Tischmanieren gelernt haben? Bei Enomoto standen die wohl kaum auf dem Stundenplan.

Naoyuki: Ist denn das noch "Informationen sammeln"?
Hanamura: Da kriegt man ja schon beim Zusehen Sodbrennen.
Hanamura: Ganz schön gruselig, was die Mädels so drauf haben…
Kiyomi: Was fällt dir ein, Akiho und mich über einen Kamm zu scheren!?

Die Spaghetti sind niedergekämpft; Akiho schlürft ihren Cream Soda zu Ende und beschließt, die Waffengattung zu wechseln:

Akiho: Sag mal…
Akiho: Iriya, du warst gar nicht auf unserem Schulfest… wieso?

Tja, Iriya hatte Dienst – Alarm der Stufe 1. Das kann sie Akiho natürlich nicht erzählen. Diese ist die Freundlichkeit in Person:

Akiho: Ich hätte es nett gefunden, wenn du auch da gewesen wärst, Iriya.
Akiho: Also wir hatten einen Heidenspaß!

Akiho gibt ihr Bestes, um Iriya auf sie neidisch zu machen – vielleicht verliert diese ja die Kontrolle über sich? Auch so kann man Informationen sammeln…

Akiho: Ach ja, was ich dort gemacht habe?
Akiho: Ich habe Daten für die Sonderausgabe unserer Zeitung gesammelt.
Akiho: Asaba und ich sind die ganze Zeit zusammen herumgelaufen.

Was krass gelogen ist: Akiho hatte Naoyuki sogar extra weggeschickt, um sich bei dessen Eltern vorstellen zu können.

Akiho: Weißt du überhaupt von unserer Sonderausgabe?
Akiho: Du hast noch nicht viel mitgekriegt, oder?

Akiho gibt sich alle Mühe, ihr Verhältnis zu Naoyuki so selbstverständlich und Iriya selbst gleichzeitig als Außenseiterin darzustellen, um ihre potentielle Konkurrentin dadurch möglichst zu entmutigen: "Auch wenn du jetzt Clubmitglied bist, gehörst du noch lange nicht zu unserer in-group."

Akiho: Also, zuerst haben Asaba und ich zusammen gebratene Nudeln gegessen,…
Akiho: …dann haben Asaba und ich zusammen Ofenkartoffeln gegessen,….

Immer wieder "Asaba und ich zusammen", um es Iriya unmissverständlich klar zu machen: "Finger weg von meinem Asaba!" Akiho redet wie ein Wasserfall – doch dann unterläuft ihr unwissentlich ein Schnitzer, der ihren gesamten Plan zum Scheitern bringt:

Akiho: …und dann haben Asaba und ich zusammen am Lagerfeuer getanzt.
Iriya: Du lügst!

Jetzt ist Iriya tatsächlich der Kragen geplatzt – denn das weiß sie, die tatsächlich mit Naoyuki "getanzt" hat, in der Tat besser.

Iriya: Das letzte war…
Iriya: …gelogen.

Ohne jegliche Diplomatie und ohne japanisches Drumherum-Gerede gibt Iriya ihrer Konkurrentin die volle Breitseite zurück. Mit schmerzverzerrter Miene steckt Akiho den Treffer ein – sie ist beim Lügen ertappt und als Angeberin enttarnt worden! Diesen Gesichtsverlust kann sie nur durch etwas Außergewöhnliches wieder wettmachen. Und deshalb fordert sie Iriya nun zum ultimativen Showdown heraus:

Akiho: Na, dann…
Akiho: Ein Restaurant fehlt noch auf unserer Tour.
Akiho: Du fühlst dich noch fit?
Akiho: Du kannst noch was essen, ja?

Erneut gibt Akiho Iriya die Chance, aufzugeben. Aber die denkt nicht daran… sie hat schon ganz andere Schlachten geschlagen, von denen Akiho nicht den Hauch einer Ahnung haben kann.


Der Schauplatz des letzten Gefechts: Ein chinesisches Restaurant (nach den Speisen zu urteilen, die gleich aufgetischt werden).

Schild: Das Haus der starken Männer
Typesetting: Bitte die Bewegung mitmachen, falls irgendwie möglich!
Akiho: Da wären wir.
Kellner: Hereinspaziert!
Kellner: Was möchten Sie bestellen?
Akiho: Ein komplettes "Menü für starke Männer".
Iriya: Ich nehme dasselbe wie Akiho.

Schlagartig wird es ruhig im Raum – die Kunden kennen die Spielregeln und wissen, was da gerade passiert ist. Die Bedienung glaubt, da müsse ein Irrtum vorliegen:

Kellner: Also hören Sie mal, junges Fräulein…
Kellner: …lassen Sie mich das mal erklären.
Kellner: Unser komplettes Menü besteht aus…

Doch Akiho erstickt bereits den Versuch im Keim – sie weiß genau, warum sie hier ist.

Akiho: Ein komplettes "Menü für starke Männer"!
Iriya: Ich nehme dasselbe wie Akiho!
Ich habe die Beschriftungen an dem Moment eingeblendet, wo die schnelle Bewegung endet. Ich vermute, mehr lohnt sich nicht – aber wenn der Typesetter das hinkriegt, bitte sehr…
Schild: Herausforderung: Sie können das Restaurant verlassen, ohne zu bezahlen!
Schild: Das komplette "Menü für starke Männer"
Schild: Preis: 4000 Yen
Schild: ("Ramen für starke Männer" + "Gyoza für starke Männer"
Schild: + "Chuukadon für starke Männer")
Schild: Das komplette Menü ist kostenlos, falls es vollständig verzehrt wird
Schild: Zeitlimit: 60 Minuten
Schild: Der Wettbewerb wird abgebrochen, sobald Sie ihren Sitzplatz verlassen
Schild: oder ihre Umgebung in unzumutbarer Weise verschmutzen

An der Wand hängen übrigens Urkunden (mit Alters- und Zeitangaben!) derjenigen "starken Männer", die dieses Menü geschafft haben. Der beste sichtbare Wert sind 48:23 Minuten.

Kellner: Zweimal das komplette "Menü für starke Männer"!

Nun wird auch der Besitzer hellhörig – da stellt sich also jemand seiner Herausforderung? Und gleich zwei?

Kellner: Wenn Sie nicht innerhalb von 60 Minuten fertig werden oder Ihre Umgebung in unzumutbarer Weise verschmutzen, haben Sie verloren.
Kellner: In diesem Falle werden wir jedem von Ihnen 4000 Yen in Rechnung stellen.

Google findet im Web ein chinesisches Restaurant in Japan, welches alle drei Gerichte auf der Karte hat; angesichts der Preise dort enthält das "Menü für starke Männer" offenbar doppelte Portionen!

Kellner: Haben Sie die Regeln verstanden?

Aus dem Publikum ertönen die ersten Anfeuerungsrufe:

Text: Auf geht’s! Versucht, wenigstens die Hälfte schaffen!
Kellner: Also dann: Auf die Plätze, fertig…
Im Original sagt der Kellner: "Finger weg vom Tisch… bitte sehr", was ich etwas domestiziert habe.
Kellner: …los!

1. Gang des Menüs: Ramen. Eine turmhoch gefüllte Schüssel Nudeln mit Fleischstreifen – von der eigentlichen Suppe ist nichts zu erkennen.

Das Publikum merkt, dass die beiden Mädchen es wirklich ernst meinen:

Text: Seht mal – die putzen das einfach so weg…!

Akiho beendet den ersten Gang anderthalb Sekunden eher als Iriya; mit jeweils 15 Minuten liegen beide ausgezeichnet im Plan für das Gesamt-Menü. Akiho atmet aber schwer.

Der Name "Suiko" des Uhrenherstellers weicht wie üblich um einen Buchstaben vom entsprechenden japanischen Vorzeige-Konzern (Seiko) ab.


Vor dem Eingang des Restaurants hat sich inzwischen (dem Ereignis gemäß) eine Zuschauertraube gebildet – die Schüler haben noch nicht mitbekommen, was im Inneren abgeht:

Naoyuki: Was ist denn da drinnen los?
Kiyomi: Was ist mit Akiho?
Hanamura: Keine Ahnung. Ich kann nichts erkennen.

2. Gang des Menüs: Gyoza.

Anmerkung: Gyoza: Halbmondförmige Knödel aus der Pfanne mit gehacktem Schweinefleisch und Gemüse
Kellner: Als nächstes folgt der "Gyoza für starke Männer".
Kellner: Auf die Plätze, fertig, …
Kellner: …los!

Beide Mädchen schnappen sich jeweils das erste dieser Ungetüme und mampfen tapfer drauflos. Als Akiho schwungvoll in die zweite Gyoza beißt, spritzt ein Teil der heißen Füllung einem in der Nähe stehenden Zuschauer in die Augen:

Text: Aua! Das ist verdammt heiß…

Und entsprechend warnt die Bedienung die anderen Gäste:

Text: Bleiben Sie zurück!

Akiho liegt eine halbe Gyoza vorne, verschluckt sich aber und ringt nach Luft… erstaunt hält Iriya mit dem Essen inne.

Text: So einen tollen Wettkampf kriegt man selten zu sehen!
Text: Ich sag’s dir: Die mit den kurzen Haaren da drüben wird am Ende gewinnen.
Text: Das glaubst du doch selber nicht. Du hast doch gesehen, wie sie sich fast übergeben hat.

In diesem Moment hat sich Naoyuki durch das Publikum nach vorne gemogelt – gerade rechtzeitig zum dritten und letzten Gang:

Text: Da kommt er! Der Chuukadon ist da!
Anmerkung: Chuukadon: Ein Schüssel voll Reis belegt mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten
Text: Seht euch bloß diese ungeheueren Portionen an!
Text: Und auch noch für den letzten Gang!
Text: Wie soll denn das jemand schaffen?

Nun erscheint der Besitzer höchstselbst, um die Wettkämpfer in Augenschein zu nehmen:

Besitzer: Diesmal werde ich selbst die Zeit nehmen.
Besitzer: Ich bin der Besitzer dieses Ladens. Mein Name ist Kisaragi Juuro.

Hm. Wieso sagt er das? Der Typ taucht sonst nirgendwo mehr auf, und sein Name scheint auch keinerlei besondere Bedeutung zu haben ("kisaragi" ist der zweite Monat im Mond-Kalender, "Juuro" ist einfach ein normaler Vorname). Vielleicht spielt er im Roman eine größere Rolle?

Besitzer: Dies ist der letzte Gang – egal, ob ihr darüber lacht oder weint.
Besitzer: Ich hoffe für euch beide, dass ihr es nicht bereuen werdet.
Besitzer: Also dann: Auf die Plätze, fertig, …
Besitzer: … los!

Nach kurzer Zeit bekommt Iriya Nasenbluten, bricht zusammen und landet mit ihrem Gesicht mitten auf dem Teller, welcher sofort voll Blut läuft. Auch dessen Umgebung sieht nicht mehr ganz so sauber aus wie zuvor… Akiho hält mit dem Essen inne; Naoyuki will Iriya zu Hilfe kommen:

Naoyuki: Iriya!

Aber die Menge lässt ihn nicht durch. Der Kellner will ebenfalls eingreifen…

Kellner: Junges Fräulein…!

…doch der Besitzer hält ihn zurück:

Besitzer: Idiot! Misch dich nicht ein!
Kellner: Aber Chef!
Kellner: Sollten wir nicht besser einen Arzt rufen?
Besitzer: Rede kein dummes Zeug!

In der Tat: Dies ist ein Wettkampf für "starke Männer"… und tatsächlich: Iriya stützt sich auf ihren Löffel und hebt den Kopf wieder:

Iriya: Ich gebe nicht auf…
Iriya: Gegen Akiho werde ich mich niemals geschlagen geben!
Iriya: Ich werde auf keinen Fall verlieren!

Akiho ist zunächst fassungslos, stürzt sich dann aber mit neuer Motivation in den Wettkampf:

Akiho: Na, wenn das so ist…

Und weiter geht’s! Der Besitzer des Ladens grinst sich eines, die Zuschauer feuern die beiden Wettesser an…

Kiyomi: Akiho, gib dein Bestes!
Hanamura: Los, Iriya! Zeig uns, was du drauf hast!

Wir erinnern uns: Das ist der Junge, der in Episode 3 Iriyas Körperbau bewundert hatte… ;-)

Text: Los, weiteressen!

Nach dem Showdown liegen beide Mädchen in einem dunklen Raum, um sich von den Strapazen zu erholen. Akiho ergreift als erste das Wort:

Akiho: Iriya,…
Akiho: …bist du wach?
Iriya: Ja, bin ich.
Iriya: Weißt du, …
Iriya: …Akiho, ich hatte…
Iriya: …schreckliche Angst vor dir.
Iriya: Als du mich gefragt hast, ob wir Informationen sammeln wollen,…
Iriya: …da haben meine Beine vor Furcht gezittert.
Iriya: Ich dachte, du bringst mich zu irgendeinem abgelegenen Ort, wo ich dann verprügelt werde.

Was in Japan nichts Ungewöhnliches wäre, auch unter Mädchen. Iriya hat sich bereits deutlich genug außerhalb der Allgemeinheit gestellt, um mit einer solchen Abstrafung zu rechnen. Das ist auch der Grund, weshalb sie bei ihrem Date mit Naoyuki die Schuluniform angezogen hatte, um sich in der Öffentlichkeit nicht noch mehr zu exponieren. Zum Glück ist Akiho vom Einsatz solcher Methoden weit entfernt… aber woher sollte Iriya das vorher wissen? Viel gute Behandlung hat sie bisher nicht erfahren in ihrem tristen Leben… gerade deshalb ist der Eindruck, den Naoyuki auf sie macht, ja dermaßen überwältigend.

Iriya: Aber wenn ich weggelaufen wäre, dann hätte ich als Verliererin dagestanden.
Iriya: Und das wollte ich auf keinen Fall, obwohl ich solche Angst vor dir hatte.

Womit Iriya letzten Endes ausdrückt: "Lieber lasse ich mich verprügeln, als dir Naoyuki zu überlassen!"

Iriya: Das war mir von Anfang an klar.
Iriya: Seitdem ich dich das erste Mal gesehen habe,…
Iriya: …bis gerade eben, habe ich mich vor dir gefürchtet, Akiho.

Davon hatte Akiho keine Ahnung! Entsprechend betroffen ist sie nun zunächst, entspannt sich aber schnell und lächelt vor sich hin. In diesem Moment geht das Licht im Zimmer an:

Kiyomi: Was denn? Ihr seid ja wach!
Hanamura: Wir haben euch Medizin gegen Magenschmerzen mitgebracht.
Hanamura: Die ist aber ganz schön bitter.
Nishikubo: Ihr wart echt beeindruckend.

Wir erfahren aber nicht, wer von den beiden gewonnen hat. Das ist jetzt auch nicht mehr wichtig: Iriya hat sich Akihos Respekt verdient, und nur darum ging es.

Nishikubo: Ihr habt beide die bisherige Rekordzeit unterboten!

Im Roman wird übrigens erwähnt, wer diesen Rekord hielt: Ein gewisser Suizenji!

Kiyomi: Ich bin ganz schön erschrocken, als Kana-buu plötzlich das Blut aus der Nase spritzte…
Anmerkung: "buu" als Kurzform für "bukkakeru": spritzen, aufgrund ihres Nasenblutens beim Wettkampf
Diese "One Stroke Script LET"-Schrift scheint kein "="-Zeichen zu besitzen? Das ist lästig bei Anmerkungen…
Hanamura: Was soll denn "Kana-buu" bedeuten?
Akiho: Ihr habt uns also alle zugesehen…
Naoyuki: Na ja… wie soll ich sagen…

Akiho richtet sich auf – ihr geht es schon wieder deutlich besser:

Akiho: Na, dann gib mir mal etwas von dieser Medizin.
Akiho: Und Iriya braucht natürlich auch eine Dosis davon.
Iriya: Stimmt.

Dies ist der offizielle Friedensschluss zwischen den beiden Mädchen. Gegen Ende von Episode 6 werden wir sehen, dass Akiho Iriya als ihre Freundin ansieht und sich deshalb nur schwer mit deren unerklärlichem Verschwinden abfinden kann.

Naoyuki: Bitte sehr.

Naoyuki reicht den Mädchen ein Päckchen, beide strecken die Hand aus – und plötzlich ist da noch eine Hand im Bild zu sehen. Einer der beeindruckendsten Momente der Serie, in welchem die Stimmung schlagartig umkippt: Diese vierte Hand gehört Enomoto! Die Themenmusik vor dem Volkstanz erklingt…

Nishikubo: Wer ist denn der da?

Plötzlich steht wieder die nackte Angst in Iriyas Augen, der nun bewusst wird, was sie getan hat:

Enomoto: Wieso hast du nicht angerufen?
Enomoto: Wieso hast du deinen Nachmittags-Anruf versäumt?

Enomoto packt Iriya am Kragen:

Enomoto: Hast du ihn etwa vor lauter Herumspielen vergessen?

Akiho versucht spontan, sich für ihre neue Freundin einzusetzen:

Akiho: Moment mal!
Akiho: Es war meine Schuld, dass sie mitgegangen ist.

Doch Enomoto interessiert das alles nicht:

Enomoto: Los, wir gehen.
Akiho: He – was soll denn das?
Akiho: Wer zum Teufel sind Sie überhaupt?

Während die Polizei den Verkehr regelt, scheint der Ausnahmezustand so weit aufgehoben zu sein, dass die Kinder wieder in die Schule gehen können (sie müssen allerdings Helme tragen). Dort diskutieren sie die Ereignisse des Vortages:

Akiho: Hm? Das also war Kana-buus älterer Bruder?
Naoyuki: Also ganz genau weiß ich es auch nicht.
Naoyuki: Er nennt sich selbst "Enomoto".

Es gibt zahlreiche historische Personen mit diesem Familiennamen; eine besondere Bedeutung scheint das Wort ansonsten nicht zu haben.

Naoyuki: Seinen Vornamen kenne ich nicht.

Und den werden wir in der gesamten Serie auch nicht erfahren.

Akiho: Asaba, du hast ihn also schon mal getroffen?
Naoyuki: Ja.
Naoyuki: Wenn man sich ruhig mit ihm unterhält, dann ist er ein ganz netter Typ.

Diesen Eindruck hat Enomoto vor dem Volkstanz bei dem Jungen hinterlassen – und von Naoyukis positiver Einstellung auch Enomoto gegenüber hängt ein großer Teil von dessen Plan ab.

Naoyuki: Er macht sich die ganze Zeit Sorgen um Iriya.

In der Tat! Aber nicht notwendigerweise die Sorgen, welche Naoyuki vermutet…

Naoyuki: Aber wieso er diesmal so reagiert hat…

Ausgerechnet am Tag nach einem Raketenangriff der Nordallianz auf die Sonohara-Basis und nach dem Ausrufen des Ausnahmezustands ist Iriya, die wertvollste Waffe der Basis, mehrere Stunden lang nicht erreichbar! Der Feind hätte also seinen Angriff problemlos fortsetzen können. Enomoto ist außer sich – sein Plan, Naoyuki als schützenswertes Objekt für Iriya zu etablieren, hat immer deutlichere Nebenwirkungen, was seine Kontrolle über Iriya angeht.

Doch da betritt Iriya das Klassenzimmer, nimmt ihren Helm ab und – den Mitschülern verschlägt es die Sprache:

Naoyuki: Iriya!
Kiyomi: Kana-buu!
Kiyomi: Du hast ja deine Haare gefärbt!
Kiyomi: Das nennt man "platin-blond", nicht wahr?

Kiyomi ist beeindruckt – nicht nur vom Aussehen. Sie selbst würde sich das nämlich nicht trauen.

Auch Iriyas "Fan-Boy" ist ganz hin und weg:

Hanamura: Du bist ja kaum wiederzuerkennen.
Kiyomi: Finde ich auch.

In diesem Moment betritt der Lehrer das Klassenzimmer:

Kawaguchi: Was ist denn hier los?
Kawaguchi: Geht sofort auf eure Plätze und…

Aber auch ihm bleibt erst einmal die Spucke weg, als der Iriya sieht… doch er ist keineswegs begeistert: Gefärbte Haare sind in Japan ein Unding – etwas, das allgemein geächtet ist! Bunte Haare gelten als Protestdemonstration; entsprechend reagiert der Lehrer auf diesen Affront:

Kawaguchi: Was hat das zu bedeuten?
Anmerkung: Sich die Haare zu färben gilt in Japan als Protesthaltung und ist allgemein verpönt.

Akiho nimmt ihre neue Freundin sofort in Schutz, auch wenn sie dazu improvisieren muss:

Akiho: Herr Lehrer, das ist nicht, wonach es aussieht. Also, es ist… äh…

Der Lehrer packt sie an der Schulter und schiebt sie beiseite:

Kawaguchi: Aus dem Weg!
Kawaguchi: He, Iriya! Hast du etwas dazu zu sagen?
Kawaguchi: Was hast du mit deinen Haaren gemacht?

Der Lehrer unterstellt Iriya natürlich Absicht – sie präsentiert sich hier seiner Meinung nach als kogyaru. Nun wirft Naoyuki sich in die Bresche:

Naoyuki: Entschuldigen Sie bitte, Herr Lehrer…
Naoyuki: … die sind bestimmt nicht absichtlich gefärbt.
Naoyuki: Ich weiß zwar nicht, was genau passiert ist, aber… äh…
Naoyuki: Ach ja.
Naoyuki: Sehen Sie, Iriya muss ständig eine Menge Medizin einnehmen.
Naoyuki: Das ist bestimmt ein Seiteneffekt davon.

Womit der Junge der Wahrheit ziemlich nahe kommt. Tatsächlich ist der körperliche Verfall Iriyas ziemlich weit fortgeschritten (wir werden das gleich noch erleben), und das Wettessen mit Akiho dürfte ihrer ohnehin labilen Gesundheit wohl kaum zuträglich gewesen sein.

Kawaguchi: Willst du damit sagen, ich soll ihr das einfach so durchgehen lassen?
Kawaguchi: Los, steh auf. Du kommst sofort mit ins Lehrerzimmer.

Der Lehrer packt Iriya an den Haaren – doch plötzlich hält er mehrere Strähnen davon in der Hand, die er ihr ausgerissen hat! Und in diesem Moment ertönt eine Durchsage:

Lautsprecher: Iriya Kana-san, …
Lautsprecher: …du wirst von Tanaka-san am Telefon verlangt.
Lautsprecher: Iriya Kana-san, bitte komm unverzüglich ins Lehrerzimmer.

Reflexartig steht Iriya auf – aber der Lehrer hält sie an ihren Haaren fest, was sicherlich nicht angenehm sein kann. Iriya beißt ihre Zähne zusammen und zischt:

Iriya: Loslassen!

Ganz ohne jede Höflichkeitsfloskel – kein kudasai dahinter oder so. Der Lehrer ist fassungslos – so ist noch keine Schülerin mit ihm umgesprungen! Seinen zitternden Fingern entgleiten Iriyas Haare, und bevor er sich wieder gefangen hat, ist das Mädchen aus dem Klassenzimmer gestürmt. Aber Naoyuki läuft ihr hinterher:

Naoyuki: Iriya!
Naoyuki: Geh nicht!
Naoyuki: Der Unterricht fängt doch gerade erst an!
Naoyuki: So macht es doch überhaupt keinen Sinn, dass du in die Schule kommst…
Iriya: Doch, das tut es.

Die Schule, und vor allem Naoyuki, ist überhaupt der Sinn, den Enomoto dem Leben des Mädchens geben will. Auch wenn Iriya sich dessen nicht bewusst ist, funktioniert es trotzdem – wir haben vorhin gesehen, wozu Iriya in der Lage ist, wenn es darum geht, ihren Platz an Naoyukis Seite zu behaupten.

Iriya läuft davon – in der Hand trägt sie ihre Schultasche und einen Beutel…


Am nächsten Tag in der Wohnung der Familie Asaba, halb 10 Uhr vormittags (und keine Kunden im Friseursalon – kein Wunder…):

Vater: Liebling?
Mutter: Ja?
Vater: Hat mal wieder jemand unsere Zeitung aus dem Briefkasten gezogen?
Mutter: Ja. Das ist alles, was davon übrig ist.
Mutter: Ich finde das eine Unverschämtheit.
Mutter: Wie soll man denn ohne Zeitung auf dem Laufenden bleiben?

Womit sie recht hat – denn das Fernsehen strahlt derzeit lediglich folgende Text-Tafel aus:

Schild: Sehr verehrtes Publikum,
Schild: aufgrund des neuen Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit
Schild: sind Maßnahmen zur Informationskontrolle in Kraft getreten.
Schild: Ein illegaler Einsatz von Kommunikationsgeräten wird als schwerer
Schild: Verstoß gegen die geltenden Notstandsgesetze angesehen.
Schild: Die Abteilung für nationale Sicherheit unserer Streitkräfte wird
Schild: verschärft gegen den Betrieb nicht zugelassener Sender vorgehen.
Vater: So, so – Informationskontrolle mal wieder…

Und zwar mehr, als er sich bewusst ist: Offenbar befindet sich in seinem Fernseher eine Überwachungskamera! Enomoto hat für alle Fälle vorgesorgt.

Mutter: Sakai-san von gegenüber ist mit ihrer Familie offenbar auch schon evakuiert worden.
Im Original: "Sakai-san, die an der nächsten Straßenecke wohnt" – das klang mir aber zu holprig.

Aber die Familie Asaba nicht – denn Naoyuki wird dringend gebraucht!

Mutter: Dabei hat sie mich vorhin noch auf der Straße gegrüßt.
Mutter: Es wird hier ganz schön einsam werden.

Draußen hört man den Lärm eines Hubschraubers – allzu einsam werden sich die Asabas nicht fühlen müssen.


Etwas später in der Schule; es ist inzwischen kurz nach 11 Uhr, und offenbar wird gerade eine Klassenarbeit geschrieben…

Schild: Ruhe bitte

…was die Jungs aber nicht wirklich davon abhält, sich zu unterhalten:

Naoyuki: Äh? Akiho auch?
Nishikubo: Bei ihr ist es dasselbe wie bei Hanamura.
Nishikubo: Ihre Eltern haben ihr Fehlen telefonisch entschuldigt.

Dessen Sitzplatz vor demjenigen von Naoyuki ist nämlich leer.

Nishikubo: Und sie bittet uns darum, uns um Iriya zu kümmern.

Sofort geht Naoyukis Blick zu Iriya hinüber. Akihos Kehrtwende in Sachen Iriya ist wirklich radikal, obwohl sie von deren Situation so gar keine Ahnung hat.

Nishikubo: Ich komme mir schon vor wie ein Kindergärtner…

Dabei ahnt er nicht, wie dringend Iriya diese Hilfe braucht! Gerade eben hat sie mit der linken Hand einen Stift von ihrem Tisch gewischt; Naoyuki beobachtet voller Überraschung, wie sie vergeblich nach diesem Stift auf dem Boden tastet und dass sie dabei gar nicht nach unten blickt…

In der Pause nach der Arbeit verkriecht Iriya sich im dunklen Glockenturm der Schule, wo Naoyuki sie schließlich aber doch findet:

Naoyuki: Iriya… hier bist du also.

Iriya erschrickt – und blickt mit leeren Augen an Naoyuki vorbei ins Leere! Sie versucht, davon zu kriechen; Naoyuki bemüht sich, sie zu beruhigen:

Naoyuki: Iriya!
Naoyuki: Ich bin’s! Erkennst du mich nicht?
Iriya: Ich kann sehen!
Iriya: Ich sehe dich ganz deutlich!
Iriya: Ich kann dich sehen!
Naoyuki: Iriya…
Iriya: Ich kann sehen! Wirklich!
Naoyuki: Alles klar…
Naoyuki: … ich verstehe.

Iriya ist in diesem Moment blind wie ein Maulwurf. Deshalb hat sie den Stift vom Tisch geworfen, und deshalb konnte sie ihn nicht vom Boden aufheben. Naoyuki legt vorsichtig seine Arme um das verängstigte Mädchen:

Naoyuki: Du musst nicht darüber reden, wenn du nicht willst.

Seit der Spielplatz-Szene in Episode 2 weiß Naoyuki, was für eine Last Iriya mit sich herumschleppt; alles, was er ihr bieten kann, ist eine Schulter zum Anlehnen.

Naoyuki: Du brauchst mir nichts zu erzählen.

Aber damit alleine ist es nicht getan:

Naoyuki: Iriya?

Iriya bekommt plötzlich Krämpfe, sie spuckt Blut… und zwar deutlich mehr, als Naoyuki je bei ihr gesehen hat! Schreiend läuft der Junge davon… und zwar zum…

Schild: K r a n k e n z i m m e r

… in der richtigen Erkenntnis, dass nur Shiina schnell genug Hilfe leisten kann. Und die begreift die Situation auch sofort, als sie den atemlosen Jungen in der Türschwelle stehen sieht.


Shiina: Halte sie fest!

Was keine Kleinigkeit ist – Iriya schreit und windet sich vor Schmerzen! Shiina sticht eine Nadel nach der anderen in Iriyas Brustkorb…


Endlich ist Iriya zur Ruhe gekommen; alle drei Beteiligten sind übersät mit Blutflecken. Shiina hat sich eine Zigarette angezündet und erklärt dem Jungen:

Shiina: Das passiert ab und zu mal.
Shiina: Von einem Augenblick zum anderen verliert sie das Sehvermögen.
Shiina: Diese vorübergehenden Sehstörungen sind nichts Neues.
Shiina: Aber so schlimm wie heute war es noch nie.

Iriya darf also praktisch nie ohne medizinische Betreuung sein.

Naoyuki: Wieso… geht sie dann überhaupt auf diese Schule?

Tja – weil sie dich am Schwimmbad getroffen und sich in dich verliebt hat, Naoyuki. Nur darf Shiina dir das nicht sagen.

Da bemerkt der Junge den Beutel, welchen Iriya schon vorhin mit sich herumgetragen hatte:

Naoyuki: Ach ja,…
Naoyuki: …was ist das denn für ein…

Shiina ist mit ihren Gedanken nicht bei der Sache…

Shiina: Hm?

…doch als sie erkennt, was Naoyuki da in seiner Hand hält, fährt sie wie von der Tarantel gestochen hoch:

Shiina: Finger weg!

Durch ihre hektische Bewegung fliegt der Beutel durch die Luft, und sein Inhalt breitet sich über den Boden aus. Fassungslos starrt Naoyuki auf… seine fehlenden Schreib-Utensilien! Shiina sinkt in sich zusammen (sie glaubt, sie hat es "verpatzt") und erklärt zögernd:

Shiina: Das ist der "Asaba-Beutel".
Shiina: Ich glaube, das ist eine Art Talisman für sie.
Shiina: Egal, wohin sie geht oder was sie tut, den trägt sie immer bei sich.
Shiina: Hör mal… das ist natürlich Kana-chans Schuld, aber bitte sei ihr deswegen nicht böse.

Iriya hängt abgöttisch an Naoyuki – und der Beutel macht dem Jungen dies nun überdeutlich. Shiina befürchtet, dass er von diesem Verhalten vielleicht abgestoßen sein könnte (was das gesamte Projekt zum Scheitern bringen würde) und beschwört den Jungen:

Shiina: Für Kana-chan ist dieser Talisman lebenswichtig…

Doch an dieser Stelle fällt Naoyuki ihr ins Wort:

Naoyuki: Iriya ist…
Naoyuki: Iriya ist die Pilotin des Black Manta?

Schluss mit dem Versteckspiel – Naoyuki legt seine Karten auf den Tisch. Er weiß längst viel mehr, als Shiina bewusst war, und hält dennoch fest zu seiner Iriya.

Naoyuki: Die metallischen Einlagen in ihren Handgelenken,…
Naoyuki: …ihr ständiges Nasenbluten,…
Naoyuki: …das plötzliche Erbleichen ihrer Haare,…
Naoyuki: …der Verlust ihres Sehvermögens,…
Naoyuki: …das liegt alles daran, dass Iriya diesen Black Manta fliegen muss?
Naoyuki: Iriya hat an Orten, von denen niemand etwas ahnt, gegen den Feind gekämpft, nicht wahr?

Und nun macht Naoyuki seinem ganzen Unmut über die Situation einmal richtig Luft:

Naoyuki: Das ist doch eine Angelegenheit für Erwachsene!
Naoyuki: Ihr habt euch doch schließlich auf diesen Krieg eingelassen!
Naoyuki: Wieso musstet ihr Iriya da mit hineinziehen?
Naoyuki: Wieso muss ausgerechnet Iriya so schrecklich unter den Folgen leiden?
Naoyuki: Wieso muss sie hier liegen, voller Blut und mit Nadeln in ihrer Brust?
Shiina: So, so…

Shiina drückt ihre Zigarette aus. Sie hat sich Naoyukis Tirade bis zu diesem Augenblick ruhig angehört. Sie geht zu Naoyuki hinüber, beugt sich zu dem Jungen herunter, nimmt dessen Gesicht in ihre Hände und spricht wie eine Mutter zu ihrem Kind:

Shiina: Hör mal zu, Asaba-kun…

Shiina blickt dem Jungen tief in die Augen… und dann knallt sie dem Ahnungslosen mit aller Kraft ihre Stirn ins Gesicht!

Shiina: Ich bring’ dich um, du kleiner Rotzlöffel!

Wie eine Furie schlägt Shiina auf den wehrlosen Jungen ein:

Shiina: Du hast keine Ahnung, was los ist, aber du redest, als hättest du die Weisheit mit Löffeln gefressen!
Shiina: Du tust ja gerade so, als ob du der Einzige wärst, der Kana-chan verstehen kann!
Shiina: Was weißt du denn schon über Kana-chan?
Shiina: Es ist unverantwortlich von dir, so nett zu ihr zu sein, wenn du sie so wenig kennst!
Shiina: Dabei bist du doch zu feige, auch nur eine streunende Katze aufzunehmen!

Shiina kennt vermutlich aus Iriyas Erzählungen in der Basis die beiden Katzen-Vorfälle (in der Schule am Schuhschrank und im Wald nach dem Date) – und es werden nicht die letzten Szenen dieser Serie sein, in denen eine Katze eine wichtige Rolle spielt.

Shiina trifft Naoyuki mit der Faust in die Zähne und verletzt sich dabei an der rechten Hand; der Junge nutzt die Gelegenheit, selbst einen Treffer zu landen. Shiina schlägt mit der rechten Hand zurück, spürt einen starken Schmerz – und streckt Naoyuki mit einem linken Haken zu Boden! Doch als sie sich erneut auf ihn stürzen will, spürt sie, dass jemand sie an ihrem Fuß festhält: Iriya ist wieder bei Bewusstsein! Und sie versucht trotz ihrer Blindheit, Naoyuki in dieser Schlägerei beizustehen. Shiina beruhigt sich langsam wieder und entscheidet:

Naoyuki: Ich bringe Kana-chan auf die Krankenstation.

Der von ihr übel zugerichtete Naoyuki kann also bleiben, wo der Pfeffer wächst? Shiina wird Enomoto am Ende dieses Tages einiges zu erklären haben…

Tatsächlich ist Shiinas "Ausflippen" an dieser Stelle einer der Höhepunkte der gesamten Serie (nicht nur aus der Perspektive der völlig unangekündigten "Action" und des erneuten Stimmungsschwenks von einem Moment zum anderen) – zeigt es doch, dass sie nicht wie ein Roboter den Anweisungen ihrer Vorgesetzten folgt, sondern ihren eigenen Gefühlen freien Lauf lässt, sobald sie den Druck nicht mehr ertragen kann. Shiina weiß selbstverständlich, was sie und Enomoto dem Mädchen antun – aber was wäre die Alternative? Iriya ist die einzige Pilotin, die den japanischen Truppen noch zur Verfügung steht. Shiina wird ihre Einstellung am Ende von Episode 6 noch einmal deutlich machen.

Die Auseinandersetzung zwischen Shiina und Naoyuki an dieser Stelle ist zwar viel heftiger, dennoch aber grundsätzlich vergleichbar mit den Gesprächen zwischen Misato und Ritsuko über den Einsatz der Evangelion-Piloten, welcher von Gendou mit derselben Begründung angeordnet wird: "Wir müssen sie einsetzen, solange sie leben."

Naoyukis Kampfgeist ist durch diese Auseinandersetzung keineswegs gebrochen – im Gegenteil:

Naoyuki: Ich glaube einfach nicht, dass das richtig ist, was ihr tut.

Shiina ist erstaunt – aber ihre Gesichtszüge entspannen sich. Letzten Endes sieht sie ein, dass er für das Mädchen nur das Beste will, auch wenn er von den Umständen bei weitem nicht genug weiß. Sie wird ihren Standpunkt in ihrem Brief am Ende von Episode 6 deutlich machen.


Naoyuki hat sich in den kalten Clubraum geschleppt und ist dort in sich zusammengesunken, eingewickelt in eine Decke. Stunden später erwacht er dort wieder; draußen ist es längst dunkel geworden, und die Uhr im Clubraum zeigt 21:36 Uhr an… kann das stimmen? (Es ist überraschend, dass Naoyuki tatsächlich die verstellte Uhr zuerst auffällt.)

Naoyuki: Diese Uhr…

Naoyuki erinnert sich an etwas:

Naoyuki: Die Maus auf der Tastatur…
Naoyuki: Der Teddybär auf dem Bücherregal…

Und Naoyuki sieht drei Münzen, die an die Tischkante geklebt wurden:

Naoyuki: Der Code des Vorsitzenden!

Er ist also auf einer (vermutlich gefährlichen) Exkursion im Auftrag des Clubs! Im diesem Moment klopft es an die Tür des Clubraums:

Naoyuki: Vorsitzender?

Naoyuki öffnet die Türe, doch zu seinem Erstaunen steht dort jemand, den er nicht erwartet hätte:

Naoyuki: Iriya?

Das Mädchen hat eine frische, saubere Schuluniform an, während Naoyuki noch die Sachen mit den Blutflecken trägt.

Naoyuki: Was machst du denn hier?
Iriya: Ich habe von draußen das Licht gesehen.

Dieses Licht ist allerdings erst seit maximal ein paar Minuten an. Iriyas Antwort erklärt nicht, wieso sie um diese Zeit noch draußen herumläuft, noch dazu nach allem, was zuvor geschehen ist. Eigentlich gehört sie unter ständige ärztliche Beobachtung – aber auf Shiina, die vorhin in Iriyas Beisein Naoyuki ‘aufgemischt’ hat, ist das Mädchen im Moment vermutlich nicht besonders gut zu sprechen.

Naoyuki: Sag mal…
Iriya: Bitte verzeih mir.
Naoyuki: Hä?
Naoyuki: Wofür denn?

Naoyuki wundert sich. Iriya trägt keine Schuld an Shiinas Verhalten, und ihr Eingreifen hat den Jungen womöglich noch vor Schlimmerem bewahrt. Doch das Mädchen hält den gelben Beutel hoch – und beginnt zu weinen.

Iriya: Bis jetzt… habe ich… noch nie…
Iriya: Mein Glücksbringer…
Iriya: Ich wollte doch nur…

In Tränen aufgelöst steht das Mädchen vor ihm – und Naoyuki kann ihr in diesem Moment unmöglich böse sein:

Naoyuki: Hör mal, Iriya.

Naoyuki legt dem Mädchen die Hand auf die Schulter und versucht, ihr Mut zu machen:

Naoyuki: Unser Vorsitzender kommt gleich zurück.

Anscheinend ist das eine Information, welche im Code Suizenjis mit ausgedrückt worden ist (auch wenn ich nicht weiß, wie das funktionieren soll).

Naoyuki: Wenn der sich darum kümmert, kann er dir bestimmt helfen.
Naoyuki: Unser Vorsitzender kriegt einfach alles hin.
Naoyuki: Ich bin ganz sicher, dass er etwas für dich tun kann, Iriya.

Naoyukis Vertrauen in Suizenji, sein großes Vorbild (deshalb hat er die gesamten Sommerferien mit ihm verbracht) wird allerdings gleich einen schweren Dämpfer erleiden. In diesem Moment klingelt nämlich eines der zahlreichen im Clubraum herumliegenden Mobiltelefone:

Naoyuki: Hallo?
Suizenji: Endlich erreiche ich dich!
Naoyuki: Vorsitzender, bist du’s?
Naoyuki: Von wo aus rufst du an?
Suizenji: Aus einer Telefonzelle.
Naoyuki: Und wo steht die?
Naoyuki: Wir haben inzwischen eine Menge Probleme hier…
Suizenji: Na, und ich erst!
Suizenji: Aber ich habe es endlich gesehen!
Suizenji: Es lebt!
Suizenji: Obwohl es dumm und schwerfällig aussieht, ist dieses Ding offensichtlich lebendig.
Suizenji: Korrespondent Asaba, es ist ein Lebewesen!

Ich denke, er bezieht sich auf den Black Manta, der womöglich ein Alien ist und mit seinem Piloten eine Art Verbindung eingeht. Sind deshalb die ESP-Fähigkeiten der Piloten notwendig?

Ein Klirren zeigt an, dass die Scheibe von Suizenjis Telefonzelle zersplittert ist…

Suizenji: Ich bin vom Sonohara-Club für elektronischen Nachrichtentransfer!
Naoyuki: Vorsitzender?
Suizenji: Ich lasse es nicht zu, dass die Wahrheit unterdrückt wird!
Suizenji: Ich fordere meine verfassungsgemäßen Rechte…
Suizenji: … Pressefreiheit… ihr Schweine…

An dieser Stelle wird die Leitung unterbrochen. Was Suizenji nämlich vergessen hat: Wir haben Ausnahmezustand und Informationskontrolle. Da ist es mit der Pressefreiheit nicht weit her.

Iriya hat anscheinend mitgehört, wie Suizenji ‘einkassiert’ wurde. Kurz darauf heult eine Alarmsirene los, und Naoyuki begreift, dass auch er mit diesem Wissen eine Gefahr für die Betreiber dieser Basis darstellt. In diesem Moment fasst er einen Entschluss:

Naoyuki: Iriya…
Naoyuki: Ich möchte mir so etwas nie mehr mit anhören müssen.

Und er stellt dem Mädchen ein Ultimatum:

Naoyuki: Möchtest du jetzt sofort zur Basis zurückkehren?
Naoyuki: Oder möchtest du mir helfen?

Iriya steht in diesem Moment zwischen den Fronten – und unter Tränen entscheidet sie sich für ihren Asaba. Dieser sucht ein paar notwendige Dinge aus dem Clubraum zusammen…

Iriya: Asaba?
Naoyuki: Lass uns von hier abhauen.
Naoyuki: Von heute an, Iriya, kann dich niemand mehr dazu zwingen, zur Basis zurück zu gehen.
Naoyuki: Iriya, du wirst erst dann zur Basis zurückkehren, wenn du selbst es willst.

Iriya glaubt nicht an den Erfolg dieses Unternehmens:

Iriya: Das wird nicht funktionieren. Die kriegen uns sofort.

Naoyuki glaubt, ihr Mut zusprechen zu müssen:

Naoyuki: Keine Angst. Ich bin doch bei dir.

Aber tatsächlich hat er seinen Gegner einfach unterschätzt, denn:

Iriya: Eben deshalb!
Naoyuki: Wieso?
Iriya: Weil in deinem Körper eine Wanze steckt, Asaba.

Stimmt ja, die Wanze! In Episode 1 hatte Shiina sie am Telefon erwähnt, als Naoyuki im Krankenzimmer im Halbschlaf lag. Naoyuki erinnert sich an das Insekt, welches ihn am Abend des Schwimmbecken-Treffens gestochen hat… war das etwa…?

Iriya: Ein implantierter Bio-Chip mit einem elektromagnetischen Sender.

Wobei der Bio-Chip körpereigene Energie zum Senden nutzt – geniale Idee! Iriya kennt die Methoden, welche dem Militär zur Verfügung stehen, aus erster Hand. Wobei man sich natürlich sofort fragt, wieso ihr selbst kein solcher Sender implantiert wurde… möglicherweise könnte sie dies mit ihren ESP-Fähigkeiten erkennen und würde sich dann weigern, für das Militär zu kämpfen.

Naoyuki schnappt sich ein Teppichmesser, desinfiziert die Klinge mit einem Feuerzeug… er zittert dabei vor Angst…

Iriya: Deshalb werden sie uns finden.

Vor dem Clubraum steigt Enomoto aus seinem Transporter:

Enomoto: Was ist mit dem Sender?
Text: Wir fangen kein Signal mehr auf.

Denn der Sender ist nicht mehr an seine Energiequelle angeschlossen. Enomoto öffnet die Tür des Clubraums: Im Papierkorb liegt ein blutbeflecktes Tuch. Enomoto grinst überrascht – soviel Entschlussfreudigkeit hat er dem "Schoßhündchen" gar nicht zugetraut!


Naoyuki und Iriya brausen derweil längst auf einem Motorroller durch die Nacht; der Junge hat ein großes Pflaster an der rechten Seite seines Halses:

Iriya: Asaba… tut es sehr weh?
Naoyuki: Keine Sorge.
Naoyuki: Ist nicht so schlimm.

Fragt sich bloß, wo Naoyuki sich in seinen immer noch blutbefleckten Sachen blicken lassen kann, ohne sofort aufzufallen… die Flucht der beiden ist letzten Endes doch arg überstürzt abgelaufen.

Vorwort Episode 1 Episode 2 Episode 3 Episode 4 Episode 5 Episode 6 Analyse


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