Howto: Richtiges Drucken von Kakao Auflagen Teil 1

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Lang ist es her, das ich hier mal wieder etwas vernünftiges auf dem Blog geschrieben habe, aber heute melde ich mich mit einen Howto für alle Zeichner da draußen, die gerne Auflagen von ihren Kakao Karten Drucken wollen zurück!

Im Grunde bin ich durch Miyu überhaupt erst darauf gekommen mich mit dem Thema auseinander zusetzen. Wie ihr wisst, ist sie ja selbst Zeichnerin, und beginnt ab jetzt damit auf ihren Blog Auflagen, Lesezeichen, Poster usw. auf Conventions und ihrem Blog zu verkaufen. Das einzige Problem welches wir hatten war… Wie macht man sowas überhaupt? In den Copyshop gehen? Das war für uns keine Lösung, weil erstens, ist das ganze recht teuer und zweitens fehlt die Flexibilität vollkommen.

Die andere Möglichkeit wäre gewesen, das ganze bei einer Druckerei in Auftrag zugeben, worüber wir uns auch informiert haben… Nur war dort das Problem, das das ganze erst ab extrem hohen Stückzahlen überhaupt Bezahlbar ist. Über sowas könnte man also höchstens nachdenken, wenn man 100 Kakao karten in der Woche verkauft, damit sich das Rechnet.

Also haben wir den einzigen Weg genommen, der noch übrig blieb und haben uns für 75€ bei Amazon einen Canon Pixma MG5250 Multifunktionsdrucker gekauft, bei dem die Original Patronen gegen nachgemachte ausgetauscht wurden.  Als der Drucker dann da war, stießen wir allerdings auf das nächste Problem, es war mit ohne Stundenlanges Gefummel an den Farbreglern und ständige Probedrucke einfach nicht möglich, den Ausdruck 1:1 aus dem Drucker zu bekommen!

Was uns erst nicht aufgefallen ist, ist das das ganze schon beim Scanner anfing, der die Farben nicht originalgetreu gescannt hat. Abhilfe schaffte dort nur die Profilierung des Scanners, mit einen IT 8 Target von Wolf Faust und der Software Vuescan die (so wie ich es gesehen habe) sehr viele Zeichner anstelle von der Original Software die beim Scanner dabei benutzen. Der Vorteil von Vuescan ist das man die Totale Kontrolle darüber hat, was der Scanner mit dem Bild macht, so ist es auch möglich, das man ein Bild mit mehrenden Durchgängen einscannt, und die Software den Durchschnittswert der Farbpixel benutzt, was wiederum zu einen genaueren Scan führt. Außerdem kann man das Bild auch in 1200DPI einscannen und es automatisch auf 600DPI verkleinern, was zu einer höheren Qualität führt, als das Bild direkt in 600DPI zu scannen.

Nachdem wir den Scanner Profiliert haben, hatten wir allerdings immer noch das Problem, das die Drucke einfach NUR beschissen aussahen! Selbst direkte Kopien die nur über den Drucker liefen, sahen für’n Arsch aus.

Drucker Hersteller versprechen einen ja immer etwas davon wie “Brilliant” die Farben bei ihren Ausdrucken doch sein, und das sämtliche Ausdrucke wie im Original aus dem Drucker kommen.. Nur wisst ihr was? DAS IST SCHWACHSINN! Glaubt so eine Rotze einfach nicht. Die Druckerhersteller machen es bei ihren Werbedrucken genau so wie wir es bei den Auflagen auch machen.

Der Drucker wurde Farbprofiliert und NUR DANN kann der Drucker überhaupt Farben 1:1 drucken.

Es ist vielleicht bei Geräten in der Preisklasse über 500€ möglich das der Drucker von sich aus schon die Farben so Druckt wie sie sein sollen, aber dafür zahlt man dann schließlich auch, oder wie würdet ihr es finden, wenn ihr 1500€ für einen Drucker ausgebt, auf den dann nicht einmal Rot aussieht wie Rot? Ich würde dann definitiv den Drucker nehmen und ihn dem Chef der Hersteller Firma solange um die Ohren schlagen, bis er dafür sorgt das das Gerät so funktioniert wie es soll. Das ist halt die Typische Werbelüge von sämtlichen Herstellern.

Nur wie können wir so etwas Günstig auf unseren (billig) Geräten zuhause umsetzen?

Entweder man ist professioneller Fotograf und hat ein Spektrometer zuhause welches ein paar hundert Euro kostet (wobei ich bezweifele das solche Leute diesen Artikel überhaupt Lesen müssen) oder man lässt sich ein Farbprofil für seinen Drucker erstellen, wir haben unser Profil bei drucker-kalibrieren.com machen lassen, wobei ich sagen muss, das Herr Deinhammer, der Inhaber des Profilierungs Services intensiv auf unser Anliegen einging und uns sehr gut (und vor allem Schnell) beraten hat. Wir hatten zu dem Zeitpunkt kein Blatt vor dem Mund genommen und uns direkt darauf Beraten lassen, das wir Kakao Karten Drucken wollen, nach einigen Mail’s kam dann heraus, das sich das ICC-Profil Basic 1700 am besten dafür einige. Zum Vergleich haben wir aber auch noch das ICC-Profil Fineart 3500 bestellt, bei dem der Unterschied Optisch allerdings nicht wahrnehmbar ist.

Die jenigen unter euch die schon eine Auflage von Miyu bekommen haben, sehen die Qualität ja bereits, allen anderen muss ich sagen, es ist noch nicht 100% 1:1 wie auf dem Orginal ABER 95%! Was aber auch an dem Papier liegen kann, auf dem die Farben alle etwas Matt erscheinen und der Glanz von den Copics fehlt. Ich sags direkt, man braucht immer noch ein paar Probedrucke bis die Farbwerte stimmen, aber deutlich weniger als ohne eine Profilierung. (Zum Vergleich für die ersten Versuche haben wir 6 Vorder und Rückseiten mit einer einzigen Kakao Karte bedruckt mit unterschiedlichen Werte und die Farben stimmten immer noch nicht. Nun sind wir bei EINER Vorder und Rückseiten.)

Das Geld welches man also für die Profilierung ausgibt, hat man relativ schnell wieder eingespart einfach weil man weniger Tinte und Papier in die Tonne kloppt als mit einer Profilierung. Deswegen wenn ihr wirklich GUTE Auflagen verkaufen wollt, Profiliert euren Scanner und euren Drucker! Ihr werdet den Unterschied sehen.

 

Kommen wir nun aber (endlich mal) zum Howto:

Ihr braucht:

  • Ein IT8 Target
  • Das Drucker Profil
  • Photoshop (Falls ihr es nicht habt, Adobe bietet kostenlos HIER Photoshop CS2 an)
  • Vuescan
  • Papier welches ihr für ausreichend haltet

Beginnen wir mit dem Profilieren des Scanners, da das erste was man ja macht, das Einscannen des Orginals ist.

Zuerst müsst ihr euch dafür die Software “Vuescan Professional” irgendwo “kaufen” wenn ihr das getan habt, installiert ihr das Programm einfach und startet es, nun seht ihr folgendes vor euch:

Vuescan1

Dort wählt ihr einfach “Scanner Profil erstellen”, stellt die Qualität auf “Archiv”, macht die Vorschau ERSTMAL auf die Auflösung in der ihr hinterher eure Bilder immer Scannen wollt und macht das selbe bei der Auflösung für den Scan. In meinen Fall habe ich dort 1200dpi ausgewählt, wobei ich die Scans hinterher mit Vuescan auf 600dpi verkleinern lasse.  Nun drückt ihr nur noch auf “Mehr” und kommt dann hierhin:

Vuescan2

FALLS eure Drucker in 48bit scannen kann, solltet ihr es hier jetzt einstellen, unserer kann es zum Beispiel. Der Grund wieso ihr das ganze in 48bit einscannen sollt, ist das wenn ihr hinterher (und das müsst ihr sowieso) die Farbwerte in Photoshop korrigiert euch Farbinformationen unwiderruflich verloren gehen. Außerdem ist die Abstufung bei Helligkeitswerten genauer als bei Bildern die ihr in 24bit einscannt. So könnt ihr halt Helligkeitsinformation in 0.5er Bereich ändern statt nur im 1er Bereich was sich wiederum auf die Endqualität auswirkt. (UND JA ich weiß das ist völlig beschissen erklärt, aber immer noch besser als gar nix ~.~)

Vuescan3Nun wechselt ihr auf den Reiter “Farbe” die “Farbbalance” oben stellt ihr auf “Weißabgleich” (das fehlt leider in dem Screenshot <__<) danach wählt ihr Fest wo ihr euer ICC Profil Speichern wollt und wie es heißen soll. Unter dem Feld “ICC-Profil Scanner” könnt ihr Optimal auch noch einen Namen für das Profil eingeben, ist aber nicht wirklich wichtig…

Bei euren Profil sollte eine CD bei gelegen haben, auf der ihr die IT8 Referenzdatein zu dem IT8 Ausdruck findet, was ihr nun benötigt ist die Datei die die selbe Nummer hat, wie auf euren Ausdruck unten Rechts. Die Referenzdatei ist dafür, weil dort die Farbwerte drin stehen, wie sie auch in der Wirklichkeit sind, sprich Vuescan scannt das IT8 ein und vergleicht es mit den Werten aus der Referenzdatei und erstellt aus diesen Werten dann ein neues ICC Profil mit dem die Farben so aussehen wie sie auf den IT8 Target erscheinen.  Als letztes stellt ihr das “Farbraum Ergebnis” noch auf “Adobe RGB” und ERNSTHAFT ihr solltet wirklich NUR mit Adobe RGB als Farbraum Arbeiten. Ganz einfach aus dem Grund, weil das Profil die meisten Farben speichern kann, und so am wenigsten Farben gegen andere ausgetauscht werden.

Nun solltet ihr (hoffentlich) eure IT8 Target schon auf dem Scanner liegen haben.

Vuescan4

Was ihr jetzt nur noch tun müsst, ist unten Links auf “Vorschau” drücken, und erstmal recht lange warten, bis er das ganze einscannt habt.. Trinkt euch in der Zeit nen Kaffee oder so…  Nachdem der Scanner fertig ist, seht ihr nun ein Raster welches genau über das IT8 Target passen sollte.. Ist dem nicht so, dann drückt einfach unten Rechts auf + und rückt euch das ganze mit der Maus zurecht. Es ist nicht schlimm wenn es nicht ganz 100%ig drüber liegt und (so wie bei mir) eine ganz leicht schräge drin ist, das kann das Programm kompensieren, das wichtig ist, das der Großteil so genau wie möglich ist.

Vuescan6Nun geht ihr noch auf “Profil -> Scanner Profil erstellen” und das wars auch schon mit dem Profilieren des Scanners.

Bevor ihr nun scannt, müsst ihr nur im Reiter “Quelle” wieder auf “In Datei scannen” gehen, und die Auflösung der Vorschau runter drehen, ich habe in meinen Einstellung dafür 300dpi genommen, weil man dann noch recht gut erkennen kann wenn Haare oder so auf der Platte liegen.

Jetzt geht ihr noch auf “Farbe” und ändert die “Farbbalance” auf “Nein” weil nur so habt ihr hinterher in Photoshop die volle Kontrolle darüber wie das Bild schließlich aussehen soll. Außerdem ist mir aufgefallen, das Vuescan Probleme damit hat Zeichnung einzuscannen, das ist ein weiterer Grund die Farbbalance auszuschalten.

Hier habt ihr noch meine Einstellungen für den “Ergebnis” Reiter: Vuescan7Was ihr machen müsst um die Ansicht zu bekommen ist:

  1. Haken bei “JPEG-Profil und JPEG-Datei” raus
  2. Haken bei “TIFF-Datei” reinmachen

Danach könnt ihr dann die TIFF-Verkleinerung auf 2 stellen, das wird dafür benötigt, das Vuescan das Bild beim Speichern Verlustfrei von 1200DPI auf 600DPI reduziert. (Der Wert dpi abzug hat übrigens keine Funktion) Zur Erklärung. Wenn ihr bei Quelle die Auflösung des Scans auf 600dpi stellt und die Tiff Verkleinerung auf 2 habt, macht Vuescan aus den 600dpi 300dpi usw. Es nimmt also immer die hälfte der Original DPI.

“TIFF-Dateityp” dürfte auch klar sein, schließlich scannen wir ja auch in 48bit also wollen wir die Datei auch in 48bit Farbmodus haben.

So könnt ihr nun also eure Bilder Farbprofiliert einscannen.. Anschließend schmeißt ihr Photoshop an und macht dort folgendes:

Ihr geht auf “Bearbeiten -> Farbeinstellungen” Photoshop2und ändert dort den RGB Wert auf “Adobe RGB” falls er nicht schon darauf ist.

Danach schmeißt ihr euren Scan in Photoshop und wählt “Bild -> Anpassen -> Tonwertkorrektur” Photoshop1

Jetzt seht ihr das Farbhistrogram vom Scan, die beiden äußeren Schiebe Regler Pfeile solltet ihr bei euren Scans nun immer so Verschieben, das sie genau an die äußeren Kanten des Histogramms anst0ßen.  Den mittleren Wert stell ich normalerweise auf 1,10 oder 1,20 das ist abhängig vom Bild. Und mit diesen simplen Schritten habt ihr dann ein recht Farbgetreuen Scan auf eurer Platte.

Hier noch der Vergleich zwischen dem Eingebauten Farbprofil des Scanners und dem Farbprofil welches wir gerade erstellt haben: Vergleich

Der Unterschied mag optisch zwar nicht sehr groß sein, aber er ist groß genug um einen beim Drucken schon bekloppt zumachen (Glaubts mir ich weiß wovon ich rede…) Ein kleiner Tip noch, wenn ihr das Bild im Internet teilen wollt, vergesst vorher nicht auf “Bild -> Modus -> 8-Bit-Kanal” zu wechseln! Weil es sieht in 16bit Farbraum einfach Scheisse aus, wenn die Programme damit nicht umgehen können.

 

Im zweiten Teile zeige ich euch dann noch wie man den Drucker Profiliert und vor allem dann auch wie man die Auflagen druckt!

Da ich mal stark davon ausgehen, das auch nen paar Profis diesen Artikel lesen, wäre ich sehr glücklich darüber wenn ihr mir Verbesserungsvorschläge gebt, weil ich werde das Gefühl nicht los, das dies auch alles noch nicht 100% korrekt ist wie ich es mache.

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